Ananda Mayi Ma

Biographie
 
Ananda Mayi Ma wurde am 30. April 1896 als Nirmala Sundari Devi in einem kleinen Dorf namens Kheora in Ost-Bengalen (heute Bangladesh) geboren.
Den Namen Ananda Mayi Ma (Glückselige Mutter) erhielt sie von ihren Devotees aufgrund ihres liebevollen Wesens und ständiger Freude, die sie ausstrahlte. Man nannte sie auch Dakshayani, Kamala, Vimala, and "Mutter von Shabag".
 
Ihre  Eltern waren arme aber sehr fromme Brahmanen.
Der Vater, Bipin Behari Bhattacarya, war Sänger und ein glühender Verehrer von Lord Vishnu.

Oft pflegte er um 3h morgens aufzustehen, um voller Hingabe zu singen. Einmal, so wird erzählt, deckte ein Sturm das Haus ab, während er sang, aber er hörte nicht auf und sang im Regen weiter. Später lebte er ein asketisches Leben als Muktananda Giri

Nirmala Sundari wurde als Kind durch den Gesang ihres Vaters oft so berührt, dass sie in Ekstase fiel. Manchmal lag sie einfach auf dem Boden und starrte in den Himmel. Ein anderes Mal sprach sie mit Bäumen, Tieren und unsichtbaren Wesenheiten. Die Menschen ihrer Umgebung liebten das Mädchen ob seiner Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit, aber wegen dieses ungewöhnlichen Verhaltens begann man sie für geistig etwas zurückgeblieben zu halten.
Auf der anderen Seite war Nirmala allerdings eine besonders gute Schülerin. Sie lernte das bengalische Alphabet schon an ihrem ersten Schultag, was ihr eine Auszeichnung ihrer Lehrer eintrug.
 
Anandamayi's Mutter Moksada Sundari Devi war eine fromme Frau. Während ihrer täglichen Andachten (pujas) und während der Schwangerschaft mit Nirmala hatte sie Visionen von Heiligen und Gottheiten. Später legte sie ein Gelübde ab und widmete sich, wie auch ihr Ehemann, ganz dem spirituellen Leben.
Nirmala wurde – nach Hindu Sitte – schon mit 13 Jahren verheiratet. Ihr Ehemann Ramani Mohan Chakravarti (auch Bholnath genannt) erkannte bald die hohe spirituelle Veranlagung seiner Frau und wurde zu ihrem ersten Schüler.
1922 wurde er formal ihr Schüler und blieb es bis zu seinem Tod im Jahre 1938. Immer wieder zog er sich für einige Zeit zurück, um seine spirituellen Exerzitien zu machen – einmal für mehrere Jahre nach Uttarkashi, nördlich von Rishikesh.
1938 war Kumbha Mela in Hardwar; dort erkrankte Bholnath an den Pocken, von denen er sich nicht mehr erholte. Während seiner Erkrankung pflegte ihn Ananda Mayi Ma liebevoll.
Einmal sagte sie während dieser Zeit: „Irgendwie erhielt Bolnath die richtige Pflege. Warum? Alles ist das selbe; die Krankheit, der Patient, die Medizin: Man soll nicht an die Folgen denken, wenn man einen Patienten pflegt. Wichtig ist, dass der Patient zufrieden und gut versorgt ist. Alles geschah spontan und so, wie es erforderlich war."
 
Kurz vor seinem Mahasamadhi 1938 nahm Bholnath sannyasa am Manas Sarowar See (er wurde ein Mönch) und erhielt den Namen Tibatanand Tirtha
 
Das jung verheiratete Mädchen lebte für einige Jahre im Haushalt ihres Schwagers, des Bruders von Bholnath, bis sie im Alter von 18 zu ihrem Mann zog. Zusammen lebten sie an verschieden Orten, wo Bholnath arbeitete.

Die Ehe selbst wurde – ohne, dass es der Ehemann so gewollt hatte – zu einer zölibatären Beziehung. Immer, wenn Bholnath an körperliche Liebe dachte, wurde Anandamayi ohnmächtig und verfiel in eine körperliche Starre. Er musste dann bestimmte Mantras rezitieren oder Kirtans singen, um sie wieder zu Bewusstsein zu bringen.
Später erzählte sie, sie hätte ihrem Mann spontan elektrische Schocks versetzt, wenn er versuchte, sie sinnlich zu berühren. Bholnath hoffte, dass sich die Situation ändern würde, aber das trat nicht ein, und so empfahlen ihm seine Verwandten, ein weiteres Mal zu heiraten. Er aber folgte diesem Ratschlag nicht – sondern wurde, wie erwähnt ein Jünger von  Ananda Mayi Ma und akzeptierte sie als Guru.

Nirmala kümmerte sich liebevoll um ihren Ehemann. In ihrer freien Zeit begann sie spontan, bestimmte spirituelle Exerzitien zu praktizieren. Sie rezitierte Mantras, hielt  für lange Zeit schwierige Yoga Positionen (asanas) und übte tantrische Stellungen (mudras) – ohne dass sie einen spirituellen Lehrer gehabt hatte.
 
Überhaupt beschreibt sie diese Exerzitien als „sadhana leela – als Spiel.
 
Es wird berichtet, dass Ananda Mayi Ma schon im Zustand höchster Gottesverwirklichung geboren wurde.
 
Als
Paramahansa Yogananda die „Glückselige Mutter" von Bengalen 1936 traf und in die von ihm gegründete Schule nach Ranchi eingeladen hatte, bat er sie: »Erzählt mir bitte etwas aus Eurem Leben!«

Aus der Autobiographie von Yogananda: »Vater, es gibt wenig zu berichten«, sagte sie mit einer verlegenen Geste ihrer anmutigen Hände.
»Mein Bewußtsein hat sich niemals mit diesem vergänglichen Körper identifiziert. Ehe ich  auf diese Erde kam, Vater, war ich die gleiche. Als kleines Mädchen war ich die gleiche. Ich wuchs zur Frau heran und war  immer noch die gleiche. Als die Familie, in die ich hineingeboren wurde, Vorbereitungen traf, diesen Körper zu verheiraten, war ich die gleiche.
Jetzt vor Dir, Vater, bin ich die gleiche. Und in alle Ewigkeit, solange das Spiel der ewig wechselvollen Schöpfung an mir vorbeizieht, werde ich die gleiche sein.«
 
 
Die Zeit dieser spontanen „spirituellen Exerzitien (sadhana leela) dauerte von 1918 bis 1924.
1918 war sie mit ihrem Mann nach Bajitpur gekommen. Dort begann sie mit religiösen Praktiken der Vaishnavas und Shaivites (Anhänger Lord Shivas). Einer inneren Stimme oder Eingebung folgend führte sie auch bestimmte Übungen (kriyas) aus oder machte Visualisierungsübungen. All diese Übungen erfolgten automatisch und in sinnvoller Form und Reihenfolge.

„Um einen bestimmten Grad der Erleuchtung auf einem Weg des Sadhana zu erreichen, muss ein Mensch gewöhnlich wieder und wieder geboren werden. Aber für diesen Körper war es nur eine Angelegenheit von Sekunden. Darüber hinaus waren die verschiedenen Phasen von Sadhana, die ihr diesen Körper üben seht, nicht für diesen Körper bestimmt, sondern für Euch alle. Euer starkes Verlangen danach, diesen Körper im Zustand von Samadhi zu sehen, ist der Grund, warum sich diese Symptome manchmal zeigen."
 
Sie geriet in überbewusste Zustände des Samadhi, sprach fliesend Sanskrit (obwohl sie sonst nur Hindi und Bengali sprach), weinte, lachte, tanzte, rollte sich am Boden, bewegte sich wie ein Blatt im Wind und fastete für längere Zeit...
 
Von Bajitpur zogen Sri Ma und  Bholanath nach  Dhaka, wo sich ihre religiösen Ekstasen fortsetzten -  es war der 10. April 1924. Bholanath wurde Manager der Shahbagh Gärten, auf dem Besitz des Nawabzadi Pyari Bano. Dort sammelten sich bald die ersten Devotees um Sri Ma – unter ihnen ihr bedeutendster Jünger Sri Jyotish Chandra Rai, der später auch Bhaiji genannt wurde; auch die Eltern von Sri Ma kamen nach Dhaka und lebten bei ihr – Jahre später kamen dann noch ihre Geschwister mit ihren Familien.
 
Anandamayi machte mehrere Pilgerreisen durch Indien – vor allem in Bengalen, Punjab und in den Norden Indiens - und  lebte für einige Zeit in einigen der über 30  Ashrams, die gute Menschen für sie erbaut hatten – beispielsweise in  Ramna (nahe Shahbag), Kheora in Bangladesh, Benares, Kankhal und an anderen Orten .
 
„Dieser Körper gleicht einem Vogel im Flug. Er sitzt eine Weile auf irgendwelchen Zweigen, wie sein Kheyal es will, und dann erhebt er sich wieder in die Lüfte ... Ihr sprecht von Ashrams, in denen ich wohnen soll, aber für diesen Körper ist die ganze Welt nichts als ein Ashram!"
 
Ananda Mayi Ma  unterstützte die religiösen Traditionen des Hinduismus - des Sanathana Dharma – und besuchte oder veranstaltete auch besondere Feste und Zeremonien.
1940 kam sie mit
Sri Prabhu Dattaji Maharaj von Jhunsi, einem sehr geachteten Mahatma, in Kontakt. Er lud sie ein, am Rat der Sadhus in Jhunsi 1944 teilzunehmen. Dort lernten sie auch andere Sadhus wie Sri Haribabaji Maharaj, Sri Chakrapaniji und Sri Sharanandaji kennen.
Bisher hatte sie der Sadhu Samaji gemieden, da sie eine Frau war. Prabhu Dattaji brach das Tabu und Haribabaji Maharaj hielt sie in grossen Ehren, nachdem er sie kennengelernt hatte. Oberhäupter anderer Orden anerkannten sie als grosse Heilige und akzeptierten ihr Wort als Shastra.
 
Auf ein kheyal von Ananda Mayi Ma hin wurde im Ashram von Benares ein grosses Yajna, ein Savitri Yajna, abgehalten. Es sollte dem Wohle der gesamten Menschheit dienen und dauerte vom Jänner 1947 bis 1950. In dieser Zeit herrschten – kurz vor der Unabhängigkeit Indiens – grosse Spannungen im Land. Trotzdem lief das Yagna ohne Zwischen fälle ab und wurde ein grosser Erfolg. Bedeutende Mahatmas sowie Persönlichkeiten aus Polkitik und Kultur hatten daran teilgenommen. Auch viele einfache Menschen waren zu diesem Yajna gekommen und waren  von der feierlichen und erhabenen Atmosphäre berührt, die auch durch die Anwesenheit von Sri Ananda Mayi Ma besonders gersegnet war.
 
Ein letztes grosses religiöses Ritual in Gegenwart von Sri Ananda Mayi Ma - ein  Atirudra Yajna - fand 1981 in Kankhal statt.
 
Ananda Mayi Ma  renovierte viele heilige Stätten wie z.B. in Naimisharanya, wo sie einen Tempel errichten liess und veranlasste, dass dort die Heiligen Namen Gottes rezitiert wurden und Kirtans sowie religiöse Riten abgehalten wurden.
 
In Dacca wurde ihr zu Ehren  von einem Devotee ein Tempel errichtet, aber sie verliess die Stadt, bevor er fertig gestellt war.
 
1932 ging sie mit Bholnath  nach  Dehra Dun – Nord Indien – und lebte dort fast ein Jahr lang in einem verlassenen Shiva Tempel – ohne Geld und bei frostigen Temperaturen.
 
Ananda Ma wurde bekannt durch ihre Siddhis und yogischen Kräfte. Sie konnte die Gedanken und Gefühle der devotees lesen (Kardiognosie), und hatte heilende Fähigkeiten.
 
Sie war auch sehr empfindsam, was die geistige Atmoshpäre eines Ortes betrifftt. Einmal kam sie bei einem Muslim Grab vorbei. Augenblicklich begann sie Teile des Koran zu rezitieren und das Namaz  - ein Gebet – zu sprechen.
 
Ihre Handlungen wurden weder durch persönliche Wünsche oder rationelle, vernünftige Überlegungen verursacht, sondern durch spontane, intuitive Impulse, die auch sinnvoll den Erforderungen der Umwelt, wie zum Beispiel den Nöten ihrer devotees, angepasst waren (in den Schriften über sie nennt man diese Impulse:
Kheyal).
 
Sie selbst schreibt ihr Handeln manchmal einem perönlichen Gott als Verursacher zu.
 
„Ich habe keinen Sinn für Schmerz und Lust, ich bin immer die selbe. Manchmal lenkt Er mein Bewusstsein nach aussen, manchmal nach innen, dann bin ich vollkommen der Welt entrückt.
Ich bin niemand. Alles, was ich tue, wird von Ihm getan, nicht von mir. Sie beschreibt ihren geistigen Zustand manchmal als ‚leer’ – ohne ein Ich-Gefühl, ein Zustand der grossen Leere – Mahasunyata.
 
Und über ihre Inkarnation sagt sie: „Für diesen Körper gibt es kein Kommen oder Gehen. Dieser Körper kommt weder  ‚irgendwoher’, noch geht er ‚irgendwohin’. Er isst keine Nahrung von ’jemandem’, noch trägt er Kleider, die ‚jemand’ gegeben hat. Das ganze Universum ist das Zuhause dieses Körpers. Ihr alle seid meine Väter, Mütter und Freunde. Es gibt nur ein umfassendes Selbst (Atma) – Einen ohne einen Zweiten. ‚Wohin’ kann dieser Körper gehen? Er hat keinen Platz, sich zu bewegen, ja nicht einmal sich umzudrehen. Selbst wenn man ihn verdrängt, ist er immer noch da."
 
Anandamayi betrachtete das Ego-Bewusstsein – das Gefühl, eine von anderen getrennte Individualität zu besitzen - als eine Art spiritueller Krankheit (bhava roga).
 
Als einige ihrer devotees einmal über die vielen Menschen , die sie besuchten, klagten, antwortete sie:
„ ihr fühlt eueren Kopf, Hände, Beine nicht als Belastung….ähnlich betrachte ich all diese Menschen als organischen Teil dieses Körpers (ihres Körpers); so betrachte ich ihre Sorgen und Probleme als die meinen. ...ich habe kein Gefühl der Getrenntheit."
 
 
Sie beschreibt vier Stadien spiritueller Entwicklung:
 
+ Zuerst stirbt der Geist der Welt ab – jegliche Leidenschaft und Begierde trocknet weg, sodass sich das Feuer spirituellen Wissens leicht entzünden kann.
 
+ Dann wird der Körper ruhig, der Geist wendet sich nach innen und das Herz ist erfüllt von religiöser Inbrunst und Hingabe.
 
+ Im dritten Stadium entwickelt sich eine innige Verbindung zwischen persönlicher Identität und einer persönliche Gottheit – es besteht aber noch eine gewisse Unterscheidung zwischen Form und dem Formlosen. (saguna und nirguna brahman)
 
+ Im letzten Stadium verschwindet alle Dualität.
anandama u. yogananda
bholnath
 
Der Strom der Besucher nahm immer mehr zu; es waren nicht nur Neugierige oder Menschen mit weltlichen Sorgen und Problemen unter ihnen, sondern auch aufrichtige spirituelle Wahrheitssucher, die zu Ananda Mayi Ma kamen; und einige ihrer Jünger und Jüngerinnen waren weit fortgeschrittene Yogis - darunter auch:
 
Akhandanandaji,  Didima - Muktananda Giriji,  Didi - Gurupriya Devi
Bholanath ,  Bhaiji -Jyotish Chandra Roy,  Gopinath Kaviraj
Swami Paramanandaji,  Haribabaji,  Atmananda
 
Asketen-Jünger:
 
1. Swami Swarupananda   2. Swami Chinmayananda   3. Swami Omkarananda  4. Br Kamalakanta    5. Br Yogeshda    6. Br Atulda    7. Br Hari Harda

 
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Anandamayi Ma verließ am 27. August 1982, im Alter von 86 Jahren im Kishenpur-Ashram in Nord-Indien (Dehra Dun) Ihren Körper und ging in den Mahasamadhi. Ihr Körper wurde an den Ufern des Ganges nahe dem Ashram in Kankhal begraben
 
Der Hauptashram mit dem Mahasamadhi-Schrein befindet sich in Hardwar (Kankhal) der heiligen Pilgerstadt am Ganges unweit von Rishikesh:
 
Shree Shree Ma Anandamayee Internation Centre, The Manager, Daksh Mandir Road, P. O. Kankhal, Distr. Hardwar,
Pin 249408, (U.P.) INDIA
Geschichten

 
Aus einem Interview

 
Ein irischer Journalist fragte Ma einmal: Ist es richtig, dass Du Gott bist?
Sri Ma antwortete: „Es gibt nichts ausser Ihn; jeder und alles ist lediglich eine Form Gottes. In Deiner Person ist Er hierher gekommen, um darshan zu geben.  
Der Journalist fragte weiter: „Was ist der Zweck Deines Lebens in dieser Welt?
Ma antwortete: „In ‚dieser’ Welt? Ich bin weder ‚hier’ noch ‚da’ oder ‚in dieser Welt’. Ich Selbst ruhe in mir Selbst.
Der Journalist: „Ich bin Christ".
Sri Ma antwortete: „Ich bin auch Christ, Muslim, was immer du willst."
Eine Jüngerin, geboren in Österreich
 
Atmananda, eine Österreicherin, die ihr halbes Leben bei Ma verbrachte und einen bedeutenden Beitrag zur Übersetzung und Publikation von Ma’s Aussagen leistete, schreibt in Ihrem
Tagebuch: „Die erste Geburtstagsfeier von Ma, an der ich teilnahm, fand 1951 in Ambala statt, wenige Monate nachdem ich Sie zum ersten Mal gesehen hatte. Bei der Tithi Puja saß ich sogar in Ihrer Nähe. Sie lag, wie üblich bei solchen Anlässen, auf einer Bettstelle und schien dieser Welt weit, weit entrückt. Ich dachte, Sie sei im Nirvikalpa Samadhi und schaute  Sie mit dem Gedanken ‚Ma ist von uns fortgegangen!’ traurig an. Während dieser Gedanke mir immer wieder durch den Kopf ging, erwachte Ma, setzte sich auf und öffnete Ihre Augen. Ihr erster Blick fiel gerade auf mich. Es war ein langer, tiefer, bedeutungsvoller Blick, dem ich ganz klar entnahm: „Nein, ich bin nicht von Dir fortgegangen; ich bin immer bei dir, ganz ganz nah bei dir!
Der rote Lotos
 
Im Jahre 1980 (wenn ich mich recht erinnere) sollte die Feier des Durga Puja in Bombay, Vile Parle, in Gegenwart von Sri Sri Ma Anandamayi stattfinden. Ein paar Monate vor der Feier war Sri Ma in Kankhal. Sie hatte das Kheyal (intuitive Eingebung), dass eine ähnliche Feier gleichzeitig im Khankal-Ashram stattfinden sollte, wenn sie auch nicht physisch anwesend sein würde.
Ein Pujari würde eigens aus Kalkutta mit seinen Mitarbeitern kommen müssen. Bevor Sri Ma abreiste, besprach sie alle Details mit Sri Ram Panjwani und anderen Personen. Ich wusste nicht, warum Sri Ma dieses Kheyal hatte, aber da sie sich so aufmerksam um die Vorbereitungen gekümmert hatte, war ich sicher, dass sie während des Puja auf subtile Weise auch in Kankhal anwesend sein würde.
Eine sehr schöne Durga Murti wurde für das Fest auf freundliche Veranlassung von Sri Ram Panjwani hin in den Ashram gebracht, und der Pujari kam mit einem grossen Gefolge aus Kalkutta angereist. Nur ein paar Bewohner des Ashrams waren hier geblieben, denn die meisten der Ashramiten waren mit Sri Ma nach Bombay gereist.
Das Puja begann in Kankhal. Es war eine wunderbare Atmosphäre, diese frohe Feststimmung, die alle kennen, die bei einer Veranstaltung zugegen waren, wenn Sri Ma auch physisch anwesend war.
(obgleich die Stimmung nicht so intensiv war, wie wir sie während der physischen Präsenz von Sri Ma erleben).
Ich selbst kam für gewöhnlich am Abend zum Arati und Sandhi Puja (da ich morgens selten mein Zimmer verlasse)
Eines Abends (vielleicht Ashtami oder Navami) während des Arati betrachtete ich die Durga Murti etwas genauer – sie war eine der schönsten, die ich jemals gesehen hatte und schien voll  Leben.
War es Ma’s Gegenwart, eine göttliche Präsenz oder einfach meine Einbildungskraft? – so dachte ich damals. Schliesslich ist es ja nur ein Idol aus Lehm, dachte ich mir. Wahrscheinlich ist es meine Einbildung, die es lebendig erscheinen lässt.
Dann beschloss ich, einen Test zu machen. Ich schaute die Murti an und fing an, mit IHR zu reden:
„Mutter. Wenn du wirklich lebendig bist, und nicht bloss ein Standbild aus Lehm, dann gewähre mir eine Gunst. Ich bat sie um eine besondere Gunst und sagte dann: "Wenn du mir diese Gunst erweist und mich wirklich hörst, dann gib mir bitte ein Zeichen."
Nach welchem Zeichen sollte ich fragen?
Plötzlich kam mir der Gedanke: „Sie soll mir einen roten Lotos zeigen". Es gibt keinen besonderen Grund, warum ich danach fragte, und ich hatte keine Ahnung, wie mir dieser Lotos gezeigt werden sollte oder konnte.
(später eruhr ich, dass der rote Lotos in Kankhal sehr selten ist und dass der Pujari einige von Kalkutta mitgebracht hatte)
Sobald ich nach diesem Zeichen gefragt hatte, vielleicht in diesem Augenblick, nahm der Pujari einen roten Lotus in seine Hand (das konnte ich nicht sehen, da mehrere Leute vor mir standen, wegen des Arati) und begann den Lotos dem Durga – Standbild hinzuhalten. Danach hielt er ihn für längere Zeit hoch über seinen Kopf, sodass ich ihn gut sehen konnte, obwohl mehrere Leute vor mir standen.
Ich dachte mir: „ Das ist wirklich ungewöhnlich; die Göttliche Mutter hat sofort auf meine Frage geantwortet." – aber ich dachte, das könnte auch ein Zufall sein.
Dann begann ich abermals mit der Murti zu reden: „Wenn ich mich nicht selbst täusche, und du mich wirklich hörst, dann solltest du mir den roten Lotos auch geben."
 
Als Arati vorüber war, setzten wir uns alle hin, um Kirtan zu hören. Sobald ich mich hingesetzt hatte, kam ein junger Mann, namens Deepak, der Assistent des Pujari, auf mich zu und fragte mich freundlich, ob er mir etwas prasad geben könne. Ich sagte, ich würde nichts nehmen, ausser, wenn es mir Sri Ma gäbe. Ich hatte mich seit Jahren an diese Regel gehalten. Aber da er neu im Ashram war und ich ihn nicht verletzen wollte, fügte ich auf Hindi hinzu: „phool de sakte" (Blumen nehm ich an). Er antwortete: „abhi donga" (bring ich sofort).
Er ging dorthin, wo das puja abgehalten wurde und kam mit einem roten Lotos zurück. Ich war darüber sehr erstaunt, aber auch glücklich, dass  die Göttliche Mutter meine Zweifel so rasch beseitigt hatte. Sie gab mir nicht nur den roten Lotos, sondern gewährte mir auch die Gunst, um die ich sie gebeten hatte....aber das ist eine andere Geschichte.
Ich bewahrte den wertvollen roten Lotos auf meinem Puja Tisch auf, da ich überzeugt war, die Göttliche Mutter Selbst hatte ihn mir gegeben. Leider verlor er allmählich die Blütenblätter, und als der Sommer kam, musste ich ihn dann weggeben.
Im Mai feierten wir den Geburtstag von Sri Ma in Kankhal. Am Tag nach dem Tithi Puja (gemäss Lunarkalender) rief mich Sri Ma zu sich, und  ich erhielt aus ihren eigenen reinen Händen eine grosse Menge Früchte. Sie gab mir oft Früchte, aber sehr selten Blumen oder Blumengirlanden.
 
Diesmal jedoch sagte sie ein paar Worte zu einer Brahmacharini, nachdem sie mir die Früchte gegeben hatte; diese ging ins Haus und kam mit einer Blume zurück, die mir Sri Ma mit ihren heiligen Händen überreichte. Es war ein roter Lotos!!
Ich legte ihn auf meinen Puja-Tisch, dorthin, wo ich den anderen, welcher seine Blätter verloren hatte, hingelegt hatte.
Dieser Lotos ist noch immer da. Es sind mittlerweile schon 4 Jahre vergangen, und er sieht fast so aus wie damals. Er ist zwar getrocknet, aber er hat seine Blätter nicht verloren.
Es scheint, als wollte Sri Ma sagen: "Siehst du! Was dir die Mutter aus Lehm geschenkt hat (die Blume und die Gunst) ist vergänglich.
Was aber ich dir gebe, ist von ewiger Dauer."
(von Swami Vijayananda)
 
 
Begegnung mit einem Avatar – Ananda Mayi Ma
(von Yogiraj Gurunath Siddhanath)
 
Sie war die glückselige Mutter. Ich hatte das grosse Glück, ihr mehrmals zu begegnen, und so hatte ich viele wunderbare Erlebnisse in der Aura dieses göttlichen Wesens.
An einem verregneten Nachmittag verliess ich hastig mein Heim. Ich hatte Sehnsucht danach, mich in ihrer göttlichen Gegenwart zu verlieren. Als ich ihren Ashram in Puna erreichte, fand ich die Tür zu ihrem Zimmer verschlossen. Ich wollte sie nicht stören, und so stand ich draussen im Regen und starrte auf das Tor als könnte ich es mit meinem Blick öffnen. Es öffnete sich, allerdings erst nach vielleicht zwanzig Minuten, nachdem ich sozusagen 'Regen- Yoga' praktiziert hatte – ein mildes tapas (asketische Übung), um etwas negatives Karma wegzuwaschen, bevor ich dem Göttlichen begegne – dachte ich mir.
 
Sie lächelte und lud mich ein, einzutreten und sagte, ich wäre ein bockiges Kind – was auch stimmte.
Bevor ich mich hinsetzte, näherte ich mich ihr, um ihre Füsse zu berühren (was sie für gewöhnlich nicht erlaubt) – aber als ich ihre Füsse berührte, stellte ich schockiert fest, dass meine Hände durch ihre Füsse hindurchgingen und den Boden berührten. Mein Körper fühlte sich wie elektrisiert.
 
Ich erinnerte mich, dass ein Avatar eine Illusion aus Licht in dieser illusionären Welt ist. Er kann jederzeit einer Person die Erfahrung seines Lichtkörpers geben, um ihren Glauben zu stärken. Kein Fleisch, kein Schatten, kein Karma. Wie kann ein Niemand Karma haben? Ein Avatar-Wesen ist ohne Karma, wenn es in dieser Welt der Maya handelt, dann hinterlässt es keine Samskaras. (Eindrücke)
Es ist wie Schreiben auf dem Wasser.
 
Wenn ein Schüler, welcher noch nicht Befreiung erlangt hat, handelt oder seinen täglichen Pflichten nachkommt, dann verursacht das Karma – es ist wie Schreiben im Sand.
 
Geistig erhoben und fasziniert durch diese Erfahrung kam ich in einen tranceartigen Zustand und sah ihre Ausstrahlung, die den ganzen Ashram und die Umgebung durchflutete.
 
Mein eigenes Bewusstsein erweiterte sich und verschmolz mit ihrer wundersamen Aura. Ich war gesegnet, und als ich die Augen öffnete, erstrahlte die Umgebung noch immer in ihrer Gegenwart.
 
Eine Stunde später sagte sie: "Du bist dein eigener Guru, geh und verbreite das Wort des Herrn in fernen Landen" – dann ging sie wieder in den Samadhi.
 
Nach all meinen Reisen, spirituellen Erfahrungen, Meditationen und direkten Erlebnissen kam ich zur Erkenntnis, dass Ananda Mayi Ma der einzige weibliche Avatar dieses Jahrhunderts ist. Sie wird oft irrtümlich und leichtfertig mit anderen Heiligen Frauen unserer Zeit, mit Yoga Lehrern und dergleichen gleichgesetzt.
 
Wir sind gesegnet, solche Göttlichen Avatare unter uns zu haben, ohne sie wäre reine Spiritualität längst von dieser Erde verschwunden …
Quelle: 'wings to freedom'  von Yogiraj
 
 
Was sagt Ananda Mayi Ma über Sathya Sai Baba
 
..laut Erzählungen eines ihrer engen Devotees aus dem Westen wurde Ananda Mayi Ma im Laufe der Jahre öfters  gefragt: "Wer ist Sathya Sai Baba, von dem man immer wieder hört?"
Viele Jahre lang gab sie keine Antwort. Im letzten Jahr ihres Lebens wurde diese Frage wieder einmal gestellt, und diesmal antwortete sie: „Dieser Körper wird nur einmal auf diese Frage antworten, stellt diese Frage also nicht nocheinmal.  Sathya Sai Baba ist die mächtigste Inkarnation Gottes, die jemals auf dieser Erde erschienen ist. In den nächsten sechstausend (sixty centuries) Jahren wird kein Avatar dieser Grösse mehr erscheinen". (1)
 
"Diese erstaunliches Zeugnis wurde für mich kürzlich bekräftigt, als ich einen der Ashrams von Ananda Mayi Ma in den Himalayas besuchte. Ich stellte diese Frage auch einem der Swamis dort, und er antwortete, dass Ananda Mayi Ma damals noch hinzugefügt hatte: „ Kein Wunder, dass ihr immer wieder über Sai Baba hört – Er ist der Avatgar dieses Yuga!" (2) –
schreibt der Autor des Artikels (Source:  http://www.saibaba-aclearview.com/contents2.html )
 
(1) This was told to the author by a man who visited Anandamoyi Ma in the last year of Her life. While in Her ashram he was told this quote by one of Her closest Western disciples.
 
(2) A charming man named Swami Mounananda, who was visiting the Ashram.

 
 
Ananda Mayi Ma über sich selbst
 
„.........Die Menschen haben unterschiedliche Visionen von Gottheiten (in mir) – je nach ihren geistigen Neigungen.
Ich bin, was ich immer war, was ich jetzt bin, was ich sein werde. Ich bin auch das, was jeder von euch denkt, dass ich sei.......betrachtet es auf diese Weise: Das Sehnen der Wahrheitssucher ist der Grund, warum dieser  Körper entstanden ist. Ihr alle habt ihn gewollt, deshalb habt ihr ihn auch gefunden. Das ist alles, was ihr wissen müsst...."
 
„Für diesen Körper gibt es kein Kommen oder Gehen. Dieser Körper kommt weder ‚irgendwoher’, noch geht er ‚irgendwohin’. Er isst keine Nahrung von ’jemandem’, noch trägt er Kleider, die ‚jemand’ gegeben hat. Das ganze Universum ist das Zuhause dieses Körpers. Ihr alle seid meine Väter, Mütter und Freunde. Es gibt nur ein umfassendes Selbst (Atma) – Einen ohne einen Zweiten. ‚Wohin’ kann dieser Körper gehen? Er hat keinen Platz, sich zu bewegen, ja nicht einmal sich umzudrehen. Selbst wenn man ihn verdrängt, ist er immer noch da..."
 
"Ich bin bloß ein Kind und weiß nicht, wie man Vorträge und Reden hält. So wie ein Kind, wenn es etwas Süßes und Gutes findet, es zu seiner Mutter und seinem Vater bringt, so setze ich euch vor, was süß und gut ist. Ihr nehmt, was immer euch gefällt."
 
Wenn da ein Ich-Bewusstsein (Aham Jñâna) in mir wäre, könnte ich ausdrücken, wer ich bin. Da es nicht existiert, bin ich, was immer ihr von mir sagen mögt.
 
Warum fasst du es nicht so auf, dass dieser Körper die materielle Verdichtung all eures Sehnens und all eurer Vorstellungen ist?
 
Ich habe keine Aufgabe. Für wen kann ich wirken, wenn doch nur Einer existiert?
 
Hier gibt es weder einen Lehrer noch einen Schüler - hier ist derjenige, der Fragen stellt, auch derjenige, der sie beantwortet.
 
Ich bin nur ein kleines Mädchen. Ihr habt das kleine Mädchen auf ein hohes Podest gesetzt.
 
Wo habe ich eine Wohnstätte, wenn nicht in all euren Herzen?
Dieses kleine Kind ist immer bei euch, selbst wenn ihr meint, da sei nichts - selbst dann!
 
"Wann immer du an diesen Körper denkst, wird er bei dir sein."
 
"Ma, manchmal scheinst Du jemanden sehr zu begünstigen, ein andermal würdigst Du eine Person keines Blickes."
Ma:"Ich verhalte mich zu niemandem auf irgendeine Weise. Von ›Verhalten‹ kann hier nicht die Rede sein."
"Mit wem sprichst Du dann?"
 
 
Ma:"Ich spreche zu niemandem, ich gehe zu niemandes Haus, noch esse ich jemandes Nahrung. Alle Namen und alle Eigenschaften sind SEIN."
Was andere Persönlichkeiten über sie sagten

 
 
Swami Shivananda sagte einmal über Sie: „Sie ist die vollkommenste Blume, die der indische Boden jemals hervorgebracht hat."

Swami Chinmayananda sagte über sie  in Bangalore (Juni 1978) 'Wenn die Sonne scheint, ist es nicht nötig, dass man den Sonnenschein erklärt'
 
 
"Shaivas Anhänger von Lord Shiva) nannen sie eine Shaiva, Vaishnavas (Anhänger von Lord Vishnu) nannten sie eine Vaishnava, Shaktas eine Shakta. Smarta Vedantins sahen sie als Vertreterin der höchsten Philosophie des Vedanta. Christen und Muslime kamen ohne Vorbehalt zu ihr. Sie war ein Vedischer Muni, ein sarvagya, gesegnet mit der Eigenschaft der Allwissenheit. Sie kam nie aus Indien heraus, schrieb kein einziges Buch, verbrachte jahrelang in Schweigen (mauna); sie hatte keinen Guru, gehörte keiner bestimmten spirituellen Tradition an – aber aus ihr strömte nada shakti, die Kraft, die aus Ihrem Selbst entsprang - die noch heute die Welt durchdringt und viele tausende Wahrheitssucher auf geheimnisvolle Weise stärkt."

"Sie besass eine titanische spirituelle Präsenz, die alles im Umkreis von mehreren hundert Metern mit Seligkeit erfüllte. Wo immer sie hinkam, da brachte sie Devaloka (göttlicher Wohnsitz) mit Sich. Alle, die ihr nahe kamen, fühlten, dass sie  Wellen von Sat-Chit-Ananda durchströmte. Aus diesem Grund nannte sie ihr bedeutendster Jünger Bhaiji auch  Ananda Mayi Ma  „glückselige Mutter"
 
Stephen Quong (ein Jünger)
Lehre

 
Ananda Mayi Ma hatte keine höhere Schulbildung; was sie sagte und lehrte entstammte einer unmittelbaren, intuitiven Einsicht und Verwirklichung.
Es kamen auch gelehrte Pundits zu ihr und befragten sie über schwierige Passagen aus den Heiligen Schirften. Es wird berichtet, dass Ma die feinen Unterschiede in den Lehren der verschiedenen religiösen Traditionen Indiens sehr wohl kannte und nie den Fehler begann, Auffassungen der unterschiedlichen Schulen miteinander zu verwechseln.
 
Sie lehrte keinen bestimmten spirituellen Weg, sondern ermutigte jeden, den von ihm bevorzugten und gewählten Weg mit Aufrichtigkeit und Hingabe zu folgen.
 
"Jeder hat recht von seinem eigenen Standpunkt aus"
 
"Wie kann man dem Unbegrenzten Begrenzungen auferlegen, indem man behauptet: 'Dies ist der einzige Weg'?"
 
"Warum muss es so viele verschiedene Religionen und spirituelle Wege geben? Durch jede von ihnen verschenkt ER Sich Selbst an Sich Selbst, sodass jeder sich entsprechend seiner individuellen Natur entwickeln kann."
 
 
„Bhagavat Smaran: Vergegenwärtige dir IHN bei jedem Atemzug, werde dir bewusst, was du in Wirklichkeit bist."

Ananda Mayi Ma bezeichnete Jungen und Mädchen als Ihre Freunde. Auch für die Kindern hatte sie  einige einfache geistige Ratschläge bereit:
 
„Meine Freunde, behaltet fünf Dinge im Sinn:"

(1) Zu Beginn des Morgens sprecht GOTTES Namen oder erinnert euch an Ihn. Wählt den Namen, den ihr am meisten mögt. Betet zu IHM: ‚Mein GOTT, bitte mache mich zu einem guten Jungen (oder Mädchen).
(2) Sprecht immer die Wahrheit.
(3) Seid gehorsam gegenüber euren Eltern und Lehrern.
(4) Lernt sorgfältig eure Hausaufgaben.
(5) Wenn ihr diese vier Regeln eingehalten habt, dürft ihr spielen und euch selbst amüsieren so viel es euch gefällt.

 
Zitate

 
"ER existiert immerdar und für jeden! Je mehr du dich IHM näherst, der die Quelle aller Gnade und Barmherzigkeit ist, desto mehr wirst du SEINE Gegenwart erfahren. Verbringe deine Zeit mit Japa, Meditation, dem Studium heiliger Schriften usw. Sei ehrlich in Gedanken, Worten und Taten. Laß andere tun, was sie wollen, wie sie eben veranlagt sind. Für den Guten ist die Welt gut. Verhalte dich anständig und aufrichtig zu den Menschen, mit denen du arbeiten mußt. Durch dein Beispiel werden andere verändert. Ein Mensch sollte voll Weitherzigkeit und Toleranz in seinen Ansichten und seinem Verhalten sein.( ... ) In welche Umstände Gott dich auch irgendwann versetzen mag, laß dich nicht ablenken und sei stets darauf bedacht, eine spirituelle Atmosphäre zu erzeugen. Die Grundlage dafür ist Ehrlichkeit in Worten und Handlungen, Ausdauer und Geduld. Verlaß dich in allem auf Gott. Daß alles mögliche während einer Pilgerreise passiert, ist nur natürlich, das ist der Lauf der Welt."
 
 
"
...in Wirklichkeit ruft nicht Ihr IHN, sondern ER ist es, der Euch ruft. SEIN Ruf wird aus Eurem tiefsten Inneren eine Antwort erhalten und in Eurem ganzen Wesen wiederhallen. Dann und nur dann, wird Eurem Herzen wirkliches Gebet entströmen. Dieser göttliche Ruf muß zwangsläufig zu jedem kommen..."
 
 
"Durch jede Religion oder spirituelle Richtung verschenkt ER Sich Selbst an Sich Selbst, sodaß jeder sich entsprechend seiner individuellen Natur entwickeln kann... Wie kann man dem Unbegrenzten Begrenzungen auferlegen, indem man behauptet, ›dies ist der einzige Weg‹?"
 
 
„Der Mensch webt wie die Spinne Netz und Netz und tut sein Bestes, um darin verstrickt zu bleiben, durch alle Ewigkeit hindurch. Verfangen in den Anziehungen der Sinne und in Täuschung hält er nicht einmal inne, um zu reflektieren, wie quälend doch die immer wiederkehrende Aktion und Reaktion von Geburt und Tod ist. Entscheide endgültig und ein für alle mal, dass die Fessel des Karma mit dem jetzigen Leben enden muss, und sammle wie ein Kriegsherr alle deine Kräfte in der verzweifelten Anstrengung, den Schleier der Maya zu zerreißen; oder anders, ergebe dich wie eine bedrängte Garnison dem Allmächtigen, und überantworte dich selbst bedingungslos Seiner Gnade und Er Selbst wird sich um alles kümmern."
 
 
„Die höchste Berufung eines Menschen besteht darin, nach Selbstverwirklichung zu streben. Alle anderen Verpflichtungen sind zweitrangig."
 
 
„Ein Mensch, der für weltliche Güter und Befriedigung arbeitet, arbeitet für den Tod. Denn alles von dieser Welt stirbt ständig und macht etwas anderem Platz – so wie das Kind stirbt und ein junges Mädchen wird usw. Aber jemand, der nach Selbsterkenntnis strebt, arbeitet für die Unsterblichkeit. Wenn man in der Welt lebt und arbeitet und mit weltlichen Menschen verkehrt, werden die eigenen schöpferischen Energien durch das Verlangen nach Sinnesobjekten aufgebraucht, und deshalb fühlt man sich manchmal schwach, müde oder krank. Strebt man jedoch nach Selbsterkenntnis, so erhält und stärkt man seine schöpferische Energie dadurch. Während eine Person, die in der Welt lebt, Vergnügen an Gesellschaften, Besuchen usw. hat, wird derjenige, dessen Ziel Selbstverwirklichung ist, große Freude an der Meditation finden, am Singen von Gottes Lobpreis, am Lesen von Büchern der Weisheit, am Hören religiöser und philosophischer Vorträge und am Umgang mit jenen, die Pilger auf dem spirituellen Weg sind."
 
 
"Ein Mensch fühlt sich gelähmt, wenn er nicht die Freiheit hat, in seinen Handlungen auf eine ihm gemäße Art und Weise vorzugehen. Das gleiche Prinzip gilt auch im religiösen Bereich. Wenn der Sucher nicht seinem individuellen Temperament entsprechend weitangelegten Freiraum für die Entfaltung seines Strebens findet, so werden seine Bemühungen in gewohnten Gleisen stagnieren. Der einmal erwählte Pfad muß mit großer Zielstrebigkeit weiterverfolgt werden, damit Herz und Geist gereinigt werden. Wenn man das Ziel stets als lebendige Realität vor Augen hat, wird sich alles Notwendige von selbst ergeben.."
 
 
"Ein Mensch, der auf der Suche nach Gott vorangegangen ist - den wird Gott nie wieder zurückgehen lassen. Gott ist eines jeden wahrhaft inneres Selbst, der Atem eines jeden Atems, das Leben eines jeden Lebens, der Atma. Bis sein wahres Selbst ihm nicht enthüllt wurde, darf ein Sucher in seiner Suche nicht nachlassen. Durch Suchen wird man feststellen: das Selbst ist im eigenen Fassungsvermögen. Sich müde und erschöpft zu fühlen, weil man IHN noch nicht gefunden hat, ist in der Tat ein gutes Zeichen. Es zeigt, daß sich jemand der Reinigung seines Herzens und Geistes nähert."

 
 
 
"Je mehr man Gott liebt, desto losgelöster wird man von Objekten der Sinneserfahrung. Sich auf Gott zu konzentrieren, bedeutet, zu IHM hingezogen zu werden. Und Vairagya (Entsagung) bedeutet, von der Verstrickung durch Sinnesobjekte frei zu werden. Anziehungskraft des Göttlichen zu erfahren und die Gleichgültigkeit gegenüber Sinnesobjekten gehen Hand in Hand. Entsagung ergibt sich von selbst. Es ist nicht notwendig, irgendetwas aufzugeben. Das ist wirkliche Entsagung. Momentan verzichtet ihr alle auf die Höchste Glückseligkeit, somit seid ihr die eigentlichen Entsagenden: Indem ihr das Höchste außer Acht laßt, verzichtet ihr auf das, was wirklich wertvoll ist."
 
 
"Versuche, die Bedeutung von ›Alles ist Sein‹ zu begreifen, und du wirst dich sofort frei fühlen von aller Last." "Die Samskaras (Eindrücke im Geist) die in vielen früheren Leben erworben wurden, haben wie ein Banyanbaum ihre Wurzeln in alle Bereiche deines Seins gesenkt. Um sie zu entwurzeln, muß sowohl innerlich wie im Äußeren eine scharfe Axt angelegt werden. Versuche jeden Tag, solange du kannst, deine Sinne von allen äußeren Objekten zurückzuziehen und sie im Innern ruhen zu lassen."
 
 
 
Ein Ingenieur aus Europa fragte Ma: "Ich glaube nicht an Wiedergeburt - spielt das eine Rolle?". Ma antwortete: "Du glaubst an dieses Leben, nicht wahr? Es gibt nur ein wirkliches Leben und nur einen wirklichen Tod, welcher der Tod des Todes ist. Danach gibt es keine Geburt und keinen Tod mehr."
 
 
 
"Ein Heiliger ist wie ein Baum. Er ruft niemanden, noch schickt er jemanden fort. Jedem, der kommen mag, gibt er Schutz - sei es einem Mann, einer Frau, einem Kind oder einem Tier. Wenn ihr unter einem Baum sitzt, wird er euch vor den Unannehmlichkeiten der Witterung schützen, sowohl vor der Hitze der Sonne als auch vor strömendem Regen, und er wird euch Blüten und Früchte schenken. Ob sich ein Mensch an ihnen erfreut oder ein Vogel sie kostet, spielt für den Baum keine Rolle, sie sind für jeden, der kommt und sie nehmen will. Und zu guter Letzt schenkt der Baum sich selbst! Wie dies geschieht? Die Frucht enthält die Samen für neue Bäume gleicher Art. Wenn ihr also unter einem Baum sitzt, werdet ihr Schutz, Schatten, Blüten und Früchte erhalten und zu gegebener Zeit euer Selbst erkennen."
 
 
»Wenn man Kandiszucker im Mund hat, schmilzt er ganz langsam, und man hat dabei immer einen süßen Geschmack im Mund.
Ebenso wird durch die ständige Wiederholung von Gottes Namen alles süß.«
 
 
 
„Nehmt an, einige Leute gehen im Meer baden und beschließen, allen anderen voraus zu schwimmen – daraus folgt, dass sie zurückschauen müssen. Aber für den, dessen einziges Ziel der Ozean selbst ist, gibt es niemanden, um dessentwillen er zurückschaut oder besorgt ist, und dann geschieht, was geschehen soll. Gib dich der Welle hin und du wirst von der Strömung aufgenommen werden. Der Ewige Selbst ist die Welle, die den Strand überflutet, um dich fortzutragen. Wer sich selbst für diese Ziel aufgeben kann, wird von Ihm angenommen. Aber wenn deine Aufmerksamkeit auf den Strand gerichtet bleibt, kannst du nicht weit kommen und wirst nach dem Baden zurückkehren. Wenn dein Ziel das Höchste, das Endgültige ist, wirst du vom Strom deiner wahren Natur geführt werden. Es gibt Wellen, die zurückziehen. Diejenigen, die sich hingeben können, wird Er zu sich nehmen. In Form der Welle streckt Er Seine Hand aus und ruft euch: Kommt, kommt, kommt!"
 
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Auf Glück folgt zwangsläufig Trauer. Die Verwirklichung von Brahman ist ein Zustand jenseits von Freude und Trübsinn. Wenn ihr ein nasses Tongefäß von weitem seht, vermutet ihr, dass es mit Wasser gefüllt ist, weil ein mit Wasser gefüllter Tontopf im allgemeinen nass aussieht. – Ähnlich erwecken die Kenner Brahmans den Eindruck, von Freude durchdrungen zu sein. Aber das ist keine gewöhnliche Freude oder gewöhnliches Glück. Wie jener Zustand ist, kann mit Worten nicht beschrieben werden."
 
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