Was ist ein AvatarSant Mat - Sant MargReligion der Sikhs und verwandte Traditionen Grundlegende Prinzipien sind die Lehre von dem Einen Gott und der Seele des Menschen als Ebenbild Gottes, ja, als wesensgleich mit dem Göttlichen Geist – ähnlich der Welle, die aus dem Meer hervorgeht oder dem Funken aus dem Feuer. Die Aufgabe der Religionen liegt darin, die Seele zur Erkenntnis des Göttlichen zu führen. Dafür ist nach Lehre des Sant Mat ein lebender, verwirklichter Meister von Bedeutung, durch dessen Lehre und Segen der Schüler das spirituelle Ziel erreichen kann. Die geistige Disziplin, welche Sant Mat lehrt wird Surat Shabd Yoga (Erlangen des höchsten Bewusstseins durch den Yoga des inneren Klangs) genannt – eine moderne Bezeichnung lautet auch Science of Spirituallity (SoS). Die Tradition des Sant Mat geht also Jahrhunderte zurück – der bedeutende Begründer des Sikhismus, Guru Nanak, lebte im 16. Jhdt. (* 15. April 1469 in dem Dorf Talwandi, dem heutigen Nankana Sahib, heute in Pakistan; † 1539) „Es gibt keine Hindus, es gibt keine Muslime, es gibt nur Geschöpfe Gottes". (Guru Nanak) Einige bedeutende Vertreter des Sant Mat, durch deren Wirken dieser geistige Weg auch im Westen bekannt wurde: + Hazur Baba Sawan Singh Ji Maharaj (1858-1948). + Sant Kirpal Singh Ji Maharaj (1894-1974) + Sant Darshan Singh Ji Maharaj (1921-1989) + Sant Rajinder Singh Ji Maharaj (Enkel von Sant Kirpal Singh) leitet seit 1989 die Science of Spirituality / die Sawan Kirpal Ruhani Mission. Die folgenden Zitate stammen aus dem Buch "Godmen" von Sant Kirpal Singh (Hindi: "Gurmat Sidhant"). Die deutsche Übersetzung lautet bezeichnenderweise "Wenn Gott auf Erden wandelt" und wurde von Soami Divyanand, einem Schüler von Sant Kirpal Singh, herausgegeben. Der deutsche Titel deutet auch unmissverständlich darauf hin, dass die Lehre des Sant Mat von den spirituellen Meistern dem Begriff des Avatar sehr nahe kommt… Zitate aus anderen Quellen, auf die Sant Kirpal Singh verweist, sind farblich gekennzeichnet ![]() Die Notwendigkeit des GottmenschenDie spirituellen Kräfte eines solchen Gottmenschen ziehen den Geist des Ergebenen aus dem Körper empor, so daß er jenseits von Gemüt und Körper die bewußten göttlichen Manifestationen erfährt. Der Gottmensch ist von Gottes Manifestationen untrennbar, denn in seinem geistigen Aspekt ist der Gottmensch der Logos selbst - das fleischgewordene Wort. In seiner physischen Gestalt begegnet er seinen Mitmenschen jedoch als einer von ihnen, so daß die Sucher sich vertrauensvoll an ihn wenden, ihn lieben und auf diese Weise die spirituelle Verbindung im Innern erlangen können. Wenn sie unter seiner Führung den inneren Pfad der göttlichen Offenbarungen gehen, werden nach und nach die Saaten der Karmas, die gewöhnlich in immer neuen Reinkarnationen Frucht tragen müssen, gleichsam verbrannt, so daß der Ergebene im Laufe seiner spirituellen Entfaltung immer mehr mit dem Gottmenschen (mit Gott in ihm) eins wird. Dies ist der hohe Zweck, zu dessen Erfüllung die Gottmenschen zu allen Zeiten in die Welt gesandt werden. ------------------ Gott muß uns als Mensch erscheinen, damit wir erfahren, daß das Feuer der göttlichen Manifestationen in uns ist. Der Gottmensch befreit uns aus dem Leid der materiellen Existenz und führt uns durch den Offenbarungsstrom zur Erlösung. Der Gottmensch allein besitzt den Schlüssel zum "Himmelreich", und er allein öffnet uns die Tür zum Reich Gottes. Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, so daß niemand zu schließen, der schließt, so daß niemand zu öffnen vermag. (Offenbarung 3,7) In fast identischen Worten bezeugt der Gurbani: Gott hat Sein Reich verschlossen und den Schlüssel dem Gottmenschen ausgehändigt. Nur die Hingabe an den Gottmen‧schen hilft, das Reich Gottes zu öffnen. Das Johannes-Evangelium läßt nicht den geringsten Zweifel an der überragenden Bedeutung des Gottmenschen auf dem spirituellen Pfad: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir folgt, wird nimmermehr in der Finsternis wandeln, sondern das Licht des Lebens haben. (Johannes 8,12) Seit es Menschen gibt, hat Gott Heilige oder Gottessöhne entsandt, in denen der Logos oder das Wort "Fleisch" wurde. Ein solcher spiritueller Meister wird von Gott beauftragt, ernsthaften Gottessuchern die Erfahrung göttlicher Offenbarungen in ihrer Seele zu schenken. Ihm wird diese Aufgabe übertragen, nachdem er selbst in der Meditation alle Stufen der Selbstverwirklichung und Gottverwirklichung bis zur Verschmelzung seiner Seele mit Gott erfahren hat. Er spricht mit Autorität von Gott, da er nur das sagt, was er aus eigener, unmittelbarer Meditationserfahrung weiß. Nur ein Mensch kann einen Meschen leiten, und so ist ein Gottmensch als Bindeglied zwischen der Seele und Gott von zentraler Bedeutung. Ohne diese kompetente Führung kann keine Seele Erlösung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod finden. Auch diese Wahrheit finden wir übereinstimmend in den heiligen Schriften niedergelegt. So verkündet das Johannes-Evangelium: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich. (Johannes 14,6) Niemand kennt den Sohn als der Vater; und niemand kennt den Vater als der Sohn und wem der Sohn es offenbaren will. (Matthäus 11,27) Dasselbe verkünden die Schriften des Ostens. So steht geschrieben: Niemand ist erhabener als Rama und Krishna, aber selbst sie mußten einem Guru nachfolgen; obwohl sie von der ganzen Welt verehrt werden, mußten sie sich doch zu den Füßen eines Gottmenschen ergeben. In Gurbani, der heiligen Schrift der Sikhs, heißt es: Nanak weiß nur eines: Niemand kann die Erlösung ohne einen Gottmenschen finden. Der selbe Grundsatz wird eindringlich im Koran bestätigt: Scheint es den Menschen so seltsam, daß Wir einem Manne aus ihrer Mitte die Eingebung sandten: "Warne die Menschen und verkünde frohe Botschaft denen, die da glauben, daß sie einen wirklichen Rang bei ihrem Herrn besitzen"? (Sure 10:2) Was ist der GottmenschEin Gottmensch gewährt also denen das "Augenlicht", die spirituell blind sind. Ein solcher Gottmensch ist in der Tat eins mit Gott, auch wenn er auf Sein Geheiß in der materiellen Welt lebt, um Seinen gött‧lichen Willen zu erfüllen. Aus Barmherzigkeit gegenüber den welt‧müden Seelen, die sich, erschöpft und überdrüssig, nach der Wieder‧vereinigung mit Gott sehnen, hat Gott dafür gesorgt, daß sie heimkeh‧ren können. Zu diesem Zweck lebt der geliebte Sohn Gottes in der Welt. Da allein ein Mensch Lehrer des Menschen sein kann, muß Gott Seine Botschaft durch den Gottmenschen entsenden. ------------------------------ Er ist der bewußte Mitarbeiter im Werk Gottes, das darin besteht, die Seelen zu Gott zurückzuführen. Ihm sind alle jene Seelen bekannt, die aufgrund ihres vergangenen Karmas zu Gott zurückgeführt werden sollen. Niemandem ist es möglich, den Pfad der Spiritualität zu betreten, wenn ihm dies nicht aufgrund seiner Karmas aus früheren Lebensläufen bestimmt ist. Deshalb heißt es im Ramajama: Oh Hanuman, ich bin gewiß, daß niemand zum Heiligen kommt, wenn ihm dies nicht vorherbestimmt ist. Und Jesus erklärte: Ich bin der gute Hirt und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich. (Johannes 10,14) Sheikh Moin-ud-din Chishti erklärt: Die Meisterseelen leben in der Welt, aber ihr Geist weilt stets in den hohen Himmeln. Mögen sie auch im Körper gefangen sein, so schwebt doch ihr Geist weit darüber. Auch Maulana Rumi erklärt: Beurteile einen Gottmenschen niemals von der menschlichen Ebene aus, denn er ist viel mehr, als er zu sein scheint. Kabir sagt: Würden auch alle Berge zu Tintenpulver zerstoßen und mit dem Wasser der Meere vermischt und wäre die ganze Erde ein einziges Blatt Papier, selbst dann könnte man die Größe eines Meisters nicht beschreiben. Ein persischer Heiliger bestätigt diesen Gedanken: Er steht über aller Vorstellung, allem Begreifen, er läßt sich nicht einmal erahnen. Er übersteigt Sehen, Hören und Verstand. Selbst wenn man ein Leben lang zu seinem Ruhm sänge, könnte man ihm nicht gerecht werden. Auch Maulana Rumi bezeugt: Wollte ich seinen zahllosen Segnungen bis in alle Ewigkeit preisen, so könnte ich doch fast nichts über sie erzählen. Der Gottmensch, das personifizierte WortIm Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dieses war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch es geworden, und ohne es ist nichts geworden, was geworden ist. (Johannes 1,1-3) Am Anfang manifestierte sich der absolute Gott in der Gestalt des Wortes (Soma), aus dem die Schöpfung hervorging. Weiter heißt es: Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt ... voll Gnade und Wahrheit. (Johannes 1,14) Der Gottmensch ist also das Wort, der Logos, das Naam (Shabd), das Kalma, Akash- bani, das Sarosha und das Udgit oder mit welchem Begriff auch immer es in den unterschiedlichen Religionen der Welt bezeichnet werden mag. Die göttlichen Manifestationen des Wortes, des Shabd oder Soma wirken durch einen menschlichen Körper, und so kann man einen Gottmenschen als das personifizierte göttliche Wort bezeichnen. Bei der Entstehung der Schöpfung ging das Wort aus Gott hervor und schuf seinerseits die gesamte materielle Welt. Gleich göttlichen Funken trennten sich die Seelen von Ihm, um als lebendige Wesen in der Welt zu leben. Zugleich jedoch wird das göttliche Wort seit Anbeginn der Schöpfung immer wieder in menschlicher Gestalt manifest, um als Gottmensch die nach ihrem Ursprung verlangenden Seelen Gott zurückzuführen. Im Gurbani lesen wir: Das Wort ist der Meister, und die Seele ist der Schüler des Wortes. Das Wort ist der Meister und der Prophet, voller Weisheit, tief und unergründlich. Ohne das Wort kann die Welt nicht existieren. Zwischen dem Wort und dem Meister besteht kein Unterschied. Das Wort ist wahrhaftig das Elixier des Lebens, und wer unter der Anleitung eines lebenden Meisters dem Wort nachfolgt, der überquert sicher das Meer des Lebens. Tulsi Sahib sagt: Die Seele ist der Schüler, und das Wort ist der Meister. Erst wenn die Seele mit dem Wort verbunden wird, findet sie den Weg zu Gott zurück, indem sie sich ins Jenseits erhebt und in die umgekehrte Quelle gelangt. Das Wort manifestiert sich demnach nur im Menschen, um die Seele nach innen zu lenken, wo sie auf ihrer spirituellen Reise durch die inneren Ebenen zu Gott zurückgelangt. Die Schwelle zwischen dem Diesseits und dem Jenseits, die im Innern des Menschen verborgen liegt, nennt Tulsi Sahib hier "die umgekehrte Quelle", insofern das göttliche Wort die Seele über die Sinne emporzieht und mit sich vereint. Bhai Gurdas erklärt denselben Sachverhalt: Erst wenn die Seele mit aller Aufrichtigkeit Dhuni (den Klangstrom oder das Wort) als Meister annimmt, wird sie zu einem Gurmukh; nun erkennt sie, daß das Wort und der Meister wirklich eins sind. Kabir erklärt: Der Meister ist im Gaggan (in der "engen Pforte" oder der "zehnten Tür" oberhalb der Sinne), und hier ist auch der Sitz der Seele. Wenn beide sich vereinen, besteht fortan keine Trennung mehr zwischen ihnen. Nimm das Wort als Meister an, alles andere ist Lug und Trug. Jeder, der für seine egoistischen Ziele lebt, wandert von einem Ort zum anderen. Das Wort lehrt und führt seit Anbeginn der Zeit die ganze Menschheit. Gesegnet sind die Menschen reinen Herzens, denn in ihnen manifestiert sich das göttliche Wort. Dieses Wort, das im menschlichen Pol wirkt, steht uns als lebender Lehrer zur Seite. Es ist der wirkende Gott, und kann in Fülle durch einen Gottmenschen, der eins mit Gott ist, empfangen werden. Guru Nanak erklärt: Als ich das Meer im Körper rührte, kam ein seltsames Geheimnis ans Licht: Gott war eins mit dem Meister, und keinen Unterschied konnte Nanak finden. Wer über das Wort gebietet, der wird als Heiliger oder Gottmensch bezeichnet. Diese Wahrheit dämmert nur demjenigen, der das Wort "Guru" seinem ursprünglichen Wortsinn nach begreift. Es leitet sich von der Sanskrit-Wurzel giri ab mit der Bedeutung: einer, der ruft. Der Guru ist jemand, der nicht nur diesen Ruf beständig in sich hört und ihm mit ganzem Herzen ergeben ist, sondern ihn auch für andere hörbar machen kann. Der heilige Kabir sagt: Unsere Verehrung gilt allen Lehrern, gleich welchen Bekenntnisses. Der Adept des Klangstroms ist jedoch wahrlich der größte. Und im Sar Bachan von Soami Shiv Dayal Singh aus Agra steht: Der Meister bringt die Botschaft vom Klang. Er dient nichts anderem als dem Klang. Der vollkommene Meister ist unaufhörlich in den Klang vertieft. Sei der Staub zu den Füßen eines Meisters, der den Klang offenbart. Der Satguru ist durch die Manifestation des Wortes oder Soma vollständig von Gottes Weisheit erfüllt, weshalb er auch als Veda ("göttliche Weisheit") bezeichnet wird. Er birgt in sich die wahre Gestalt Gottes und ist durchdrungen vom Elixier des Lebens. Er gewährt die göttlichen Offenbarungen des Soma oder des Wortes, die ihrerseits die Seele in die himmlischen Regionen emporziehen. Die Theosophen nennen dies die "Stimme der Stille". Ihr Widerhall ist von einer Ebene zur anderen zu hören…. Nur von einem solchen Adepten des Wortes kann man den wahren Lebensimpuls empfangen. Er selbst ist eins mit jenem wahren Lebensstrom, von dem alles beseeltes Leben empfängt. Der Gottmensch ist das personifizierte Wort. Der Gottmensch ist vom Wort durchdrungen, mit dessen Hilfe er sich weit über den Machtbereich von Kal oder der Zeit erhoben hat. Er besitzt das ewige Leben und ist ermächtigt, es auch anderen zu schenken, die ihm begegnen und seinen Anweisungen folgen. Gegenwärtig liegt die menschliche Seele unter einem unendlich dichten Schleier der Maya oder der materiellen Eindrücke begraben. Sie weiß nicht einmal, daß sie Geist ist. Nur mit Hilfe des Wortes kann sie zur Wirklichkeit erwachen und sich ihrer eigenen Größe bewußt werden. Dieser Lebensstrom des Wortes liegt in jedem von uns verborgn, wenn auch nur in latenter Form. Es muß für die Seele erst greifbar bzw. hörbar werden, damit sie sich aufgrund der Wesensverwandtschaft allmählich ihres reichen spirituellen Erbes bewußt wird und es als ihr eigen beanspruchen kann. Diese Verbindung der Seele mit dem Wort kann allein der Meister und niemand anders herstellen und festigen, denn er ist das personifizier Wort, Shabd ist ein heiliges Gut, das dem Meister anvertraut wurde, damit er es gewissenhaft weitergibt. Das Shabd des Meisters kann allein ein Meister manifestieren, niemand anders wäre dazu in der Lage. (Gurbani) Vom Ego befreit, sind sie (die Meister) bewußte Mitarbeiter an Gottes Plan. Vom Wort erfüllt, richten sie durch diesen inneren Strom unmittelbar Botschaften an Gott und empfangen Seinen Willen auf demselben Wege. In Bezug auf die Welt sind sie wiederum der Pol, durch den Gott wirkt. So erklärt der heilige Paltu: Der Vater und der Sohn sind eins, und sie erfüllen dasselbe Gesetz. Oh Paltu, im Reich Gottes gibt es keinen anderen Boten als den Heiligen. Die zwei sind wahrhaftig so eng und unlösbar miteinander verwoben, daß der Heilige alle Fäden in der Hand zu haben scheint. Maulana Rumi bezeugt: Ein Aulia oder Gottmensch ist der Auserwählte Gottes. Er besitzt vollkommenes Wissen von allem Sichtbaren und Unsichtbaren. Desweiteren spricht Gott durch die Heiligen. So sagt Guru Nanak: Oh Lalo, ich spreche nur aus, was Gott mich sagen läßt. Der Sadh ist das Sprachrohr Gottes. Der leidenden Menschheit zuliebe kommt Gott im Gewand eines Menschen in die Welt, um sie als barmherziger Erlöser mit all ihrer Schuldenlast in seine Obhut zu nehmen. Die Aufgabe eines Gottmenschen besteht darin, die Seele aus dem Leid des Todes und der Wiedergeburt zu erlösen. Guru Nanak erklärt: Wer eins mit der Wahrheit ist, der ist ein Meister der Wahrheit. Er kann die Seelen befreien, und Nanak singt zu seinem Ruhm. Besser und wahrlich schlichter sag' ich: Gott läßt die Menschheit niemals ohne einen Pfad. ----------------------------------------- Entsprechend der Stufe oder der spirituellen Region, zu der sie sich erhoben haben, werden die spirituellen Lehrer in der Tradition des Sant Mat in drei Gruppen einstufen: 1. Sadhguru (frommer Mann) 2. Sant Sadhguru (Meister oder Heiliger) 3. Param Sant Sadhguru (vollendeter Meister oder Heiliger) 1. Ein Sadhguru ist ein frommer Mensch, der über die Region von Trikuti oder Onkar (bei Muslimen als Lahut bekannt) hinausgelangt ist. Dies ist die zweite Region oberhalb des physischen Universums. Den Sufis zufolge ist ein Sadhguru jemand der, die Region von Hu überquert und alle grobstofflichen Eindrücke in der Seele abgelegt hat, so daß er von den drei Gunas oder Attributen (Satva, Rajas und Tamas) frei ist und nicht länger unter dem Eindruck der fünfundzwanzig Neigungen im Gemüt steht, die wir auch als Täuschung bezeichnen mögen.2. Ein Sant Sadhguru oder Meister ist jemand, der Sach Khand (die Region der Wahrheit) erreicht hat. Er hat sich selbst als Teil des allmächtigen Herrn erkannt und sehnt sich danach, in ihm aufzugehen.3. Als Param Sant oder vollendeten Meister bezeichnen wir einen Menschen, der wie der Sant Sadhguru die Region der Wahrheit erreicht hat und nun von Gott beauftragt wird, als bewußter Mitarbeiter im göttlichen Plan zu wirken. Er ist der Herr voller Barmherzigkeit oder Soami (Herr) und ist mit dem Höchsten einsgeworden.Zwischen einem Sant und einem Param Sant gibt es nur einen Unterschied: beide haben die Region der Wahrheit erreicht, nachdem sie alle darunter liegenden Regionen durchquerten, aber nur derjenige wirkt als vollendeter Meister oder Param Sant, der danach von Gott beauftragt wird, andere Sucher auf den inneren Pfad zu führen. Der Sant Guru hat dagegen nur für sich selbst die Erlösung gefunden und gibt anderen durch sein Beispiel Inspiration und Führung, ohne jedoch die Seelen auf den inneren Pfad zu initiieren und ihnen Naam oder das Wort zu gewähren. Es kann viele Sadhs, Heilige oder auch Sants geben, aber nur sehr selten beauftragt Gott jemanden, als vollendeter Meister anderen Seelen die innere Verbindung mit dem Wort zu geben. Alle vollendeten Meister sind Heilige, aber nicht alle Heilige sind vollendete Meister. Es gibt zahlreiche Graduierte, die einen Universitätsabschluß vorweisen können, aber nur wenige erlangen die Lehrbefugnis. So sind nur diejenigen Heiligen zugleich vollendete Meister, die von Gott dazu beauftragt wurden. Zitate(Quelle: Gurmat Sidhant) Selbst wenn der Schüler an einem Ende der Welt lebt und der Meister am anderen, sind sie, so der Schüler empfänglich genug ist, dennoch unaufhörlich miteinander verbunden Sant Kirpal Singh Der vollendete Meister ist der Herr selbst in menschlicher Gestalt. Er ist das personifizierte Wort, so wie das Johannes-Evangelium sagt: Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.. Der Prophet Mohammed erklärt: Wer sich nicht in aller Aufrichtigkeit dem Imam seiner Zeit (dem lebenden Meister) zugewandt hat, dem Statthalter Allahs, dem vollendeten Führer, kann nichts empfangen. Maulana Rumi Finde einen Meister, denn ohne seine tatkräftige Hilfe und Führung laueren auf den, der diese Reise (die Reise zu Gott) unternimmt, ungeahnte Ängste, Tücken und Gefahren Im Gurbani heisst es: Ohne einen Meister hat noch niemand die Wahrheit gefunden, weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart. Das Kronjuwel von Naam ist dem Meister in die Hand gegeben, und er besitzt die Vollmacht, es anderen Seelen zu offenbaren. Maulana Rumi erklärt: Wer auf Pilgerreise gehen will, sollte sich dazu einem erfahrenen Pilger anschliessen – gelichgültig ob dieser ein Hindu, ein Türke oder ein Araber ist. Tulsi Sahib sagt: Ohne die Hilfe eines Murshid-i-Kamil (vollendeten Meisters) kann man weder die Erlösung noch den Weg dorthin sehen Gosai Tulsi Das Ohne einen Meister kann niemand das Meer überqueren, und wäre er ein Asket wie Shankara. Kalidasa Er (der Guru) verwandelt die Finsternis in LIcht und macht den unsichtbaren Gott sichtbar. Guru Nanak Oh Bruder, ohne einen Guru kannst du die absolute Wahrheit (im Unterschied zum relativen Wissen, das man durch die Sinne empfängt) nicht ergründen. Du magst Brahma, Narada und Vishnu als Zeugen dafür anrufen. Tulsi Sahib Wer ist grösser als Rama und Krishna? Auch sie mussten einen Meister annehmen. Selbst sie, die über die drei Regionen (physisch, astral und kausal) herrschten, mussten sich vor einem Meister neigen. Maulana Rumi Ein Maulvi (Schullehrer) hätte kein Maulana (theologische Autorität) werden können, wäre es nicht mit der Gnade von Shamas-i-Tabriz geschehen. Bhai Gurdas Im Guru liegen alle Veden und die anderen heiligen Schriften verborgen. Mit ihm in Verbindung zu kommen genügt, um sicher über das Meer des Lebens zu gelangen. Ohne einen Meister der Wahrheit können wir die Wahrheit nicht kennen. Gott selbst muss zu diesem Zweck herabkommen. Sant Kirpal Singh Es ist in Wahrheit Gott Selbst, der im Gewand des Menschen erscheint, um die inkarnierten Seelen nach einer gewissen Zeit der Prüfung aus den Einflussbereich der negativen Kraft zu holen. Hierin erfüllt sich der ewige Bund oder das ewige Gesetz, wonach der Mensch einen Menschen als Lehrer haben muss, der ihn zur Erlösung, zur glücklichen Heimkehr führt. Guru Gobind Singh Nachdem ich die Dualität abgeworfen hatte, war ich mit dem Herrn eins. Niemals wollte ich wieder in die Welt herabkommen, doch ich musste mich Seinem Gebot beugen, und so kam ich, um Seinen Willen zu erfüllen. Kabir Kabir kam mit einem göttlichen Auftrag aus der Wohnstätte des Herrn. Jesus Christus Ich tue nichts von mir aus, sondern rede so, wie mich der Vater gelehrt hat (Joh. 8, 28) Sant Kirpal Singh Der vollendete Meister ist die vollkommene Manifestation Gottes. Er ist der Pol, durch den Gott Seinen Erlösungsplan ausführt. Er birgt alle göttlichen Offenbarungen in sich und ist von Gott bevollmächtigt, sie den Schülern weiterzugeben. Gott Selbst wirkt stets durch die Gottmenschen zum Wohle der Menschen - es gibt keinen anderen Weg zur Barmherzigkeit und Gnade Gottes als über den Gottmenschen. Dieses Prinzip findet beim Propheten Amos (3,7) Ausdruck: 'Gott der Herr tut nichts, ohne Seinen Plan Seinen Knechten, den Propheten, zu offenbaren.' Das Erlösungswerk des Meisters ist somit Gottes Werk... Jesus Christus Alles ist mir vom Vater übergeben. Und niemand kennt den Sohn als der Vater; und den Vater kennt niemand als nur der Sohn und wem der Sohn es offenbaren will (Matthäus, 11, 27) Maulana Rumi Im Meister sind Gott wie auch der MIttler vereint. In Wahrheit besteht nicht der geringste Unterschied zwischen beiden. Verbanne jeden Gedanken an die Dualität, denn sonst verlierst du dich in HIrngespinsten, und deine ersten Lektionen in der Spiritualität führen nicht weiter. Wer in ihnen zwei verschiedene Wesen sieht, hat noch nichts vom Meister begriffen oder erkannt. Kabir Ohne das Wort (shabd) kann man (der Knechtschaft) nicht entrinnen. Das personifizierte Wort ist der Meister, und er kann es in uns offenbaren. Gott mag uns den Rücken zukehren, ohne dass wir uns darum bekümmern; wendet sich aber der Meister ab, bleibt niemand, der uns versöhnen (mit Gott) könnte. Maulana Rumi Die Hand einer Meisterseele ist keinesfalls kürzer als die Gottes. Sie ist tatsächlich Gottes Hand selbst. Wahrlich, sie reicht über sieben Himmel und erfüllt die Seelen mit Hoffnung und Vertrauen. Ein Aulia (Übermensch) birgt wunderbare Kräfte und Fähigkeiten in sich, die allein ein wirklich frommer Mensch sehen und erfahren kann. Niemand kann ohne den überwältigenden Einfluss eines Pir (Gottmenschen) die unablässigen Schwankungen des Gemüts unter Kontrolle bringen. Halte dich an einem solchen Menschen fest. Wenn du dazu in der Lage bist, so nur durch seine Gnade, und dann wird seine Kraft in dir wirken. Sant Kirpal Singh Der gestaltlose Gott muss tatsächlich auf die Ebene des Menschen herabsteigen, denn nur dann kann man Ihn kennenlernen. So führt Er im Gewand eines Meisterheiligen Seinen Willen aus und unterweist jene Seelen, die sich nach Ihm sehnen und Ihn doch nicht erreichen können... ...so muss also der Gestaltlose eine Gestalt annehmen, Seine Gottheit in einem Pol manifestieren, um die leidende und hilflose Menschheit zu führen... ...die Gotteskraft wirkt in all ihrer Fülle im Pol einer Meisterseele, und so kann er mit Recht als polarisierter Gott bezeichnet werden, der mit der frohen Botschaft in die Welt kam, dass Gott und das Reich Gottes ganz nah sind... Wer die Wahrheit erkannt hat, ist ein Sat Guru. Der Sat Guru ist in Wirklichkeit nichts anderes als die personifizierte Wahrheit. Das Wort wird ganz greifbar Fleisch und wohnt unter uns und nimmt uns durch seine Anweisung und Führung mit, bis wir, gleich ihm, selbst zum Wort werden, zur bewussten Kraft, die in Übereinstimmung mit Gottes Willen und Gottes Plan wirkt. Sei dessen gewiss, dass der Guru nicht von gott getrennt ist! Was immer er wünscht, ist Gott wohlgefällig. Ein Sat Guru ist eins mit Sat oder der Wahrheit, da er in der Wahrheit ruht und von ihr erfüllt ist. Die Wahrheit ist unendlich und allgegenwärtig, manifestiert sich jedoch in einem menschlichen Pol, um als Mensch unter Jetzt bin ich eins mit Dir und bin fürwahr gesättigt und gesegnet. Nachdem ich die höchste Wohnstätte erreichte, bin ich nun eins mit IHm; und dies so sehr, dass man Kabir nicht mehr von Rama unterscheiden kann. Shams-i-Tabriz Wir sind - wie Körper und Geist beim Menschen - so sehr eins geworden, dass von nun an niemand mehr sagen kann, ich sein von Dir verschieden. Jesus Christus Ich und der Vater sind eins (Joh. 10, 30) Wer mich sieht, sieht den Vater (Joh. 14, 9) Guru Nanak Nanak ist nach sorgfältigem Studium der Veden und anderen Schriften zu dem Schluss gelangt, dass es keinen Unterschied zwischen Par Brahm und dem Guru gibt. Bulleh Shah Maula (Gott) wird Mensch, um die Menschen (aus ihrem tiefen Schlaf) aufzurütteln. Bhai Gurdas Ek Onkar (der eine, nicht offenbare Gott) wird Akar (der Offenbare) und nimmt den Titel Guru an.
Es gibt nur eine Religion, die Religion der Liebe. Es gibt nur eine Sprache, die Sprache des Herzens. Es gibt nur eine Kaste, die Kaste der Menschheit. Es gibt nur einen Gott Er ist allgegenwärtig. Sathya Sai Baba
Lord Krishna spricht in der Bhagavad Gita: “Immer wenn die Tugend (dharma) entartet und das Laster (adharma) vorherrscht, verkörpere Ich Mich als ein Avatar In jedem Zeitalter erscheine Ich in sichtbarer Gestalt, um die Tugendhaften zu schützen, das Böse auszurotten und die Gerechtigkeit wiederherzustellen.” Bhagavad Gita Kap. 4 Vers 7,8 Devanagari Sanskrit ![]() ![]() Yada yada hi dharmasya, glanirbhavati Bharatah, Abhiyutthanam dharmasya,tadatmanam srijamyaham! |