Was ist ein AvatarTheosophieAlice A. Bailey (1880 - 1949) Avatare, Ihr Wesen und Wirken. ...In unserer obigen Besprechung haben wir einen Zusammen- hang festgestellt zwischen dem Phänomen der Individualisierung und Aneignung eines physischen Trägers durch den Logos oder einen planetarischen Logos, und Deren eigenbewußtem Dasein vermittels dieses physischen Körpers In diesem Zusammenhang ließe sich ein sehr schwieriges und geheimnisvolles Thema erwähnen, nämlich die Frage der Avatars; auch wenn sich nicht viel darüber sagen läßt, weil es sich dabei um eines der okkultesten Mysterien handelt, sollte es doch möglich sein, dieses tiefgründige Gebiet etwas näher zu beleuchten. Im Interesse der Klarheit und zur Erläuterung einer Sache oder Materie, die dem westlichen Denker ganz besondere Schwierigkeiten bereitet, weil er die vernunftgemäße Lehre von der Reinkarnation noch nicht erfaßt hat, dürfte es sich empfehlen, die verschiedenen Arten von Avataren in fünf Gruppen einzuteilen. Dabei ist in Betracht zu ziehen, daß jeder Avatar ein Strahl ist, der aus rein geistiger Quelle stammt, und daß eine eigenbewußte Einheit die Berechtigung zu dieser besonderen Art der Betätigung nur aufgrund von Errungenschaften erwirbt, die sich über eine ganze Reihe früherer Leben erstrecken. 1. Kosmische Avatare.2. Solare Avatare.3. Interplanetarische Avatare.4. Planetarische Avatare.5. Menschliche AvatareWie eben gesagt ist ein Avatar ein Strahl von glänzender und vollendeter Herrlichkeit, der sich zum Zwecke einer Dienstleistung in Materie kleidet. Alle Avatare im eigentlichen Sinne des Wortes sind befreite Seelen, aber die kosmischen und solaren Avatare sind von den beiden niedrigsten kosmischen Ebenen befreit, während die interplanetarischen und planetarischen Avatare von der kosmisch-physischen (unseren systemischen Ebenen), und die menschlichen Avatare von den fünf Ebenen menschlichen Bemühens Freiheit erlangt haben. In einem rein technischen und untergeordneten Sinn ist ein in physischer Inkarnation lebender Meister eine Art von Avatar, denn Er ist eine „befreite Seele" und inkarniert sich daher nur aus freiem Willen und zu einem bestimmten Zwecke; aber mit Ihnen wollen wir uns nicht befassen. Um uns weitere Klarheit zu verschaffen, wollen wir diese Gruppen nunmehr im einzelnen besprechen: 1. Kosmische Avatare Sie verkörpern Kraft, die u. a. aus folgenden kosmischen Zentren herrührt: a) vom Sirius; b) von demjenigen unter den sieben Sternen des Großen Bären, der vom Prototyp des Regenten unseres dritten Hauptstrahles beseelt wird; c) von unserem kosmischen Zentrum. Sie stellen Entitäten dar, die vom Bewußtsein des Menschen ebensoweit entfernt sind, wie der Mensch vom Bewußtsein des Substanzatoms. Tausende jener großen Zyklen, die wir als „einhundert Brahmajahre" bezeichnen, sind vergangen, seit Sie dem menschlichen Stadium nahe waren; Sie verkörpern eine Kraft und ein Bewußtsein, welches sich mit der intelligenten Koordinierung der sternbesäten Himmel befaßt. Sie haben all das errungen, was nach menschlichem Verstehen jenseits von Wille, Liebe und Intelligenz liegt; und in der Synthese dieser drei haben Sie neue Qualitäten und Schwingungen erworben, für die wir überhaupt keine Worte haben, und von denen sich selbst unsere höchsten Adepten keine Vorstellung machen können. Ihr Erscheinen in unserem Sonnensystem ist etwas sehr Ungewöhnliches und nur auf den zwei höchsten Ebenen erkennbar. In Anbetracht der materiellen Natur unseres Sonnensystems bedeutet jedoch Ihre Ankunft buchstäblich das Erscheinen eines vollbewußten geistigen Wesens in physischer Form. Derartige Entitäten von Sirius erscheinen gelegentlich der Einweihung des Sonnenlogos und Sie stehen in ganz besonderer Verbindung mit den fünf Kumaras und (indem Sie letztere als Brennpunkte der Kraft benutzen) mit dem Bereich des Mahachohan in allen okkulten Hierarchien des Sonnensystems. Nur ein einziges Mal hat ein solches Wesen unser System besucht, damals, als die fünf dem Denken entsprungenen Söhne Brahmas in Zeit und Raum erschienen. Die Wirkung eines Besuches, wie des Avatars von Sirius tritt als die Gesamtsumme von Zivilisation und Kultur in Erscheinung, wenn man sie wie ein einziges Aufflammen in der Zeit vom Standpunkt des gesamten Systems aus betrachtet. Ein Avatar wird vom kosmischen Zentrum aus erscheinen, wenn das Pralaya naht; Er wird im Körper des Logos das bewirken, was wir „Tod" nennen. Er ist der kosmische Schnitter, und (um das in verständlichen Worten zu erklären) Er gehört zu einer Gruppe, die die abstrahierende Energie des Kosmos darstellt, die eine schwache Analogie im Wirken des „Zerstör"-Aspektes des Logos und in den Kräften findet, die den physischen Tod und die Auflösung des physischen Körpers des Menschen hervorrufen. Mehr läßt sich über diese grundlegend esoterischen Dinge nicht sagen; der Wert des Gesagten liegt hauptsächlich darin, daß es dem Denken des Lesers die Wirklichkeit unserer kosmischen Wechselbeziehung näher bringt. 2. Solare Avatare. Von diesen Avataren interessieren uns hauptsächlich drei Arten, obwohl es in Wirklichkeit weit mehr gibt. Auch Sie sind Besucher, die von außerhalb des Systems herkommen; Sie befassen sich hauptsächlich mit gewissen Vorgängen innerhalb des Systems, u. a. mit der Anwendung des Gesetzes von Ursache und Wirkung, oder von Karma. Sie verkörpern das Karma vergangener Weltperioden, soweit es unseren Logos betrifft, und geben den ersten Anstoß zu dessen Sühne, Tilgung und Anerkennung innerhalb des gesamten gegenwärtigen Systems. Eine derartige Entitat, der „Karmische Avatar", erschien auf der zweiten logoischen Schwingung, mitgerissen vom zweiten Atemstoß; Er ist bis jetzt bei uns geblieben und wird so lange bleiben, bis alle Grundpläne in ihre fünfte Runde eingegangen sind und sich ihrem „Tage des (jüngsten) Gerichtes" nähern. Wenn diese Zeit gekommen ist, kann Er sich zurückziehen und es den betreffenden planetarischen Logoi überlassen, den karmischen Zweck unbeaufsichtigt zu erfüllen. Der Schwingungsimpuls wird dann so stark, und die Erkenntnis des buddhischen Prinzips so lebhaft bewußt sein, daß dann nichts mehr den Fortschritt der Ereignisse aufhalten kann. Unter Seiner Leitung wirkt eine Anzahl von kosmischen Entitäten, die der Geheimlehre zufolge das Vorrecht haben, den „Grenzring zu überschreiten"; (41) Sie sind die Lipika- Herren. Siehe G. L. I, 157. Sie sind jedoch keine Avatare, denn Sie selbst entwickeln sich noch durch die Handhabung und Überwachung von Karma. Darin liegt Ihre Aufgabe und Ihre Gelegenheit zu weiterem Fortschritt. Ein Avatar kann nichts vom Ort Seines Erscheinens lernen. Er betätigt sich in der Weise, daß er die Kraft einer bestimmten Art von elektrischer Energie auf eine der vielen Abstufungen der Substanz anwendet und dadurch die erwünschten Resultate erzielt. Ein solarer Avatar anderer Art, Der gelegentlich in den Grundplänen erscheint, steht mit dem Herzzentrum eines planetarischen Logos in Beziehung; Er erscheint auf den höheren (nie auf den niederen) Ebenen, sobald sich die Aktivität des Herzens fühlbar macht und die Durchkraftung mit Energie dreierlei erkennen läßt: a) eine Erweiterung des Bewußtseins,b) ein stärkeres Aufleuchten des geistigen Lichtes,c) planetarische Radioaktivität.Dieses planetarische Phänomen bewirkt (im Rahmen des vierten Naturreiches), daß sich für den Menschen die Einweihungspforte öffnet. Derartige Avatare kommen nicht wegen irgendeiner besonderen Hierarchie, sondern nur in Bezug auf das gesamte System. Sie bewirken das Verschmelzen der Farben und die Synthese der Einheiten innerhalb ihrer Gruppen. Bei der Einweihung eines planetarischen Logos mag ein Avatar auf dem siebten Globus in Seinem Grundplane erscheinen, und von jenem Stern oder kosmischen Zentrum, das von dem Rishi (in der Konstellation des Großen Bären) beseelt wird, Der Sein kosmischer Prototyp ist. Für die betreffende Entität bedeutet das die Annahme einer physischen Form, denn unsere höheren Ebenen sind vom Standpunkte dieser Wesen aus bloße Materie. Das ist häufig betont worden, weil die Bedeutung dieser Tatsache noch nicht genügend erfaßt ist. Dieses Erscheinen des Avatars auf dem siebenten Globus befähigt den planetarischen Logos dazu, selbst in physischer Inkarnation die Kontinuität Seines kosmischen Bewußtseins zu bewahren; dieser solare Avatar leistet damit dem planetarischen Logos den gleichen Dienst, wie der Guru Seinem Jünger. Er ermöglicht gewisse Vorgänge durch die Stimulierung und den Schutz Seiner Aura, und Er dient als Übermittler der vom kosmischen Zentrum ausgehenden Energie. Wir müssen uns aber davor hüten, diese Analogie zu wörtlich aufzufassen, denn die wirkliche Funktion eines Avatars übersteigt menschliche Begriffe. Er übt natürlich einen direkten Einfluß auf die Zentren des Himmlischen Menschen aus und damit auch auf dessen einzelne Bestandteile, die menschlichen Monaden; dieser Einfluß macht sich jedoch bei den Monaden nur indirekt auf ihrer eigenen Ebene bemerkbar. Er erweckt nur einen geringen Widerhall bei der Monade, bis nach der dritten Einweihung; dann wird ihr bewußtes Leben so stark, daß sie nach einer Richtung hin ihr egoisches Ausdrucksmittel mit neuer Kraft erfaßt und nach der anderen Richtung hin zu planetarischem Gewahrsein erwacht. Diese Art von Avatar erscheint nur zur Zeit der Einweihung eines planetarischen Logos. Die Anzahl von Einweihungen, die ein planetarischer Logos in unserem System durchzumachen hat, schwankt zwischen zwei und vier. 3. Interplanetarische Avatare. Sie bilden eine sehr interessante Gruppe und widmen sich hauptsächlich drei Aufgaben: Erstens überwachen sie die Überführung von Krafteinheiten oder egoischen Gruppen von einem Grundplane zum anderen (aber nicht die von individuellen Einheiten von Kette zu Kette). Sie erscheinen gewöhnlich zweimal in der Geschichte eines Grundplanes. Obwohl sie als physischen Körper kein gröberes Material als atmische und buddhische Substanz anzunehmen vermögen, wirken sie durch Impulse in mentaler Materie und bewerkstelligen dadurch diese Gruppen-Überführungen. Sie selbst werden in drei Gruppen eingeteilt: a) Diejenigen, welche die Überführung von den geringeren Grundplänen oder Strahlen auf den dritten Hauptstrahl bewirken; Ihr Ziel ist die Verschmelzung der polaren Gegensätze in den geringeren Grundplänen, bis nur mehr einer übrigbleibt, und sodann die Überführung des Lebens und der Qualität dieses einen Grundplanes auf den dritten Strahl.b) Diejenigen, welche sich mit der Überführung und wechselseitigen Einwirkung der Lebenskräfte innerhalb der drei Hauptstrahlen befassen.c) Diejenigen, welche am Ende des Zeitalters die endgültige systemische Überführung vollziehen.Zweitens gibt es gewisse Avatare von der vierten Schöpferischen Hierarchie, Die aus esoterischen und uns unverständlichen Gründen Ihre eigene Hierarchie verlassen und in der einen oder anderen Deva-Hierarchie erscheinen. Das geschieht nur einmal in der Geschichte jedes Grundplanes, nämlich zur Zeit seiner dichtesten physischen Erscheinungsform, und steht mit der Überführung von Deva-Impulsen von einem Grundplane zum anderen in Zusammenhang. Sie bewirken auf diese Weise das Erscheinen eigenbewußter Einheiten, da sie die Urverkörperung des in jedem Atom der Deva-Substanz latent ruhenden Eigenbewußtseins sind. Sie bestimmen den Deva-Typus jedes einzelnen Grundplanes. Drittens erscheint einmal in der Geschichte jedes Grundplanes ein Avatar von der Konstellation Steinbock auf mentalen Stufen. Diese Stufe ist die niedrigste, auf der diese interplanetarischen Gottheiten erscheinen. Weiter läßt sich darüber nichts sagen. Das »Mysterium des Steinbocks" liegt darin verborgen. Dieser Avatar tritt in der dritten Runde der dritten Kette in Erscheinung und verschwindet in der fünften Runde der vierten Kette. Diese interplanetarischen Avatare treten als Produkte weit früherer Weltperioden erst dann in unserem System auf, wenn dessen Zustände hinreichend verfeinert sind, um Ihr Erscheinen möglich zu machen. Sie sind die Nirmanakayas eines früheren solaren Zyklus, Die jetzt erneut die Gelegenheit wahrnehmen, um (durch äußere Betätigung in physischer Manifestation) bestimmte unerledigte Aufgaben durchzuführen. 4. Planetarische Avatare. Sie kommen von dem planetarischen Logos her, Der den Mittelpunkt eines Grundplanes bildet, und verkörpern Seinen Willen und Zweck. Es gibt zwei Arten davon. Die erste Art ist eine Manifestation des planetarischen Logos Selbst, und zwar im ätherisch-physischen Bereich und für die Dauer einer festgesetzten Zeitperiode. Dazu gehört unbedingt, daß einer der Kumaras einen physischen Körper annimmt. Solch ein Avatar ist Sanat Kumara, Der zusammen mit den drei anderen Kumaras, die vier Prinzipien der planetarischen Quaterne verkörpert. Sanat Kumara ist im wahrsten Sinne des Wortes die Inkarnation des Regenten des Strahls; Er ist der Schweigsame Beobachter, das große Opfer zugunsten der Menschheit. - G. L. I, 494; II, 112, 149, 333.- Wie eben erwähnt, gibt es außer Sanat Kumara noch drei Entitäten, Die die planetarischen Prinzipien verkörpern. Sie sind (vorn gegenwärtigen Standpunkte aus) die dynamische Energie, die die drei niederen Naturreiche zusammenhält, wenn man diese als Einheiten und nicht als Absonderungen betrachtet. Sie stehen in enger Verbindung mit dem Energie-Aspekt der drei früheren Ketten, und sie bedurften nur der Hilfe eines interplanetarischen Avatare (bei der Herstellung des Dreiecks, das die Individual- sierungsperiode in Lemuria einleitete), um die Fähigkeit zu erlangen, ätherische Körper anzunehmen und unter den Menschen zu Inkarnation zu kommen. Sie dienen als Brennpunkte der Energie des planetarischen Logos auf Dessen eigener Ebene. Der erste Kumara ist in geheimnisvoller Weise die Energie, welche Eigenbewußtsein in der menschlichen Familie erzeugt. Die drei anderen Kumaras oder Buddhas der Aktivität dienen in ähnlichem Sinne als Brennpunkte für die Energie, welche die drei niederen Naturreiche beseelt und deren verschiedene Bewußtseinsstufen hervorbringt. Es ist nicht möglich, dieses große Mysterium noch klarer auszudrücken, aber wenn der Leser diese wenigen Andeutungen mit denen verbindet, die schon früher in der Geheimlehre gemacht wurden, dann könnte sich das Mysterium der „Heiligen Vier" im Sinne von Energie und Evolution einigermaßen erklären lassen. Die Zeiten und Perioden Ihres Erscheinens sind verschieden, je nach dem Karma des betreffenden Strahlen-Regenten; über diese großen Zyklen und Inkarnationsperioden darf dem unverpflichteten und uneingeweihten Leser nichts Näheres mitgeteilt werden. 5. Menschliche Avatare Mit ihnen hat H. P. B. sich eingehend befaßt, und ihren Mitteilungen ist nichts Weiteres hinzuzufügen, denn die Zeit dazu ist noch nicht reif. Alles oben Gesagte gehört an diese Stelle, weil es mit dem Geheimnis der Kraft und des Bewußtseins zusammenhängt; und im Erscheinen dieser verschiedenen Avatare und in den von Ihnen erzielten Wirkungen kommt die Manifestation eines planetarischen Logos in vollstem Maße zum Ausdruck. ![]() H P Blavatsky(1831-1891) .....Die Anzahl der Zyklen war enorm; sie erstreckte sich von dem Maha Yuga Zyklus von 4320000 Jahren bis herab auf die kleinen siebenjährigen und fünfjährigen Zyklen, die aus den fünf Jahren zusammengesetzt ist, die beziehungsweise der Samvatsara, Parivatsara, Idvatsara, Anuvatsara und Vatsara, genannt werden, von denen jedem jeden einzelnen geheime Attribute oder Eigenschaften zugeschrieben werden. Vriddhagarga gibt sie in einer Abhandlung, die jetzt das Eigentum des transhimalayischen Matharn (oder Tempel) ist, und beschreibt die Beziehung zwischen diesem fünfjährigen und dem Brihaspati-Zyklus, der auf der Konjunktion von Sonne und Mond in jedem sechzigsten Jahre beruht: einem Zyklus, der ebenso geheimnisvoll — für nationale Ereignisse im allgemeinen und für die der arischen indischen Nation im besonderen — als wichtig ist. ... Es besteht ein geheimnisvolles Prinzip in der Natur, genannt »Maha Vischnu«, das nicht der Gott dieses Namens ist, sondern ein Prinzip, das Bija enthält, den Samen des Avatarismus, oder mit anderen Worten die Kraft und Ursache solcher göttlicher Inkarnationen ist. Alle die Weltheilande, die Bodhisattvas und die Avatare sind die Bäume der Erlösung, gewachsen aus dem einen Samen, dem Bija oder »Maha Vischnu«. Ob es nun Adi-Buddha (Ursprüngliche Weisheit) oder Maha Vischnu genannt wird, es ist ganz das gleiche. Selbstverständlich müssen die göttlichen sowohl, als auch die menschlichen Inkarnationen ebensosehr für den Theologen wie für den Physiologen ein verschlossenes Buch bleiben, wenn nicht die esoterischen Lehren angenommen werden und zur Religion der Welt werden....... Die Wiedergeburten lassen sich in drei Klassen einteilen: die göttlichen als Avatare bezeichneten Inkarnationen; jene der Adepten, die auf Nirvana verzichten, um der Menschheit vorwärts zu helfen — die Nirmanakayas; und die natürliche Aufeinanderfolge der Wiedergeburten von allen — das allgemeine Gesetz. Der Avatara ist eine Erscheinung, die als eine besondere Illusion bezeichnet werden kann innerhalb der natürlichen Illusion, die auf den Plänen herrscht, die unter dem Szepter jener Macht, der Maya, stehen; der Adept wird bewußt, nach seinem Willen und Belieben wiedergeboren Was ist ein Avatara? denn der Ausdruck sollte, bevor er gebraucht wird, wohl verstanden werden. Er ist ein Herabsteigen der geoffenbarten Gottheit — einerlei ob unter dem spezifischen Namen Schiva, Vischnu, oder Adhi-Buddha — in eine illusive Form von Individualität, eine Erscheinung, die für die Menschen auf diesem illusiven Plane objektiv ist, es aber in nüchterner Tatsächlichkeit nicht ist. Jene illusive Form, die weder Vergangenheit noch Zukunft hat, weil sie weder eine vergangene Inkarnation hatte, noch nachfolgende Wiedergeburten haben wird, hat nichts mit Karma zu tun, das daher keine Macht über sie hat. Geheimlehre. Band III - Esoterik ![]() ![]() Benjamin CremeAuch die Meister der Weisheit, die aus freiem Willen auf diesem Planeten verbleiben, um der Menschheit in dieser kritischen Zeit zu helfen, wären nach theosophischer Auffassung Avatare. Hinter Lord Maitreya stehen zwei mächtige kosmische Avatare: Der Avatar der Synthese und der Avatar des Gleichgewichtes. (Maitreya; Christus und die Meister der Weisheit) Annie Besant(1847 – 1933) Hier seien einige ihrer Konzepte kurz beschrieben und zur Diskussion gestellt. Zunächst grenzt Annie Besant (A.B.) – wie auch andere Lehren – den Begriff des 'purna- avataara' (eine Herabkunft des Göttlichen – des Logos, von Ishwara, Maha-Vishnu oder Vishnu) vom Begriff des 'avesha-avataara' ab (einer Überschattung einer Individualität; eine besonders ausgewählte, tugendhafte Seele wird von einem Teil göttlicher Kraft erfüllt, durchdrungen, erleuchtet; abgeleitet von sanskr.: 'vish' - 'durchdringen, erfüllen'). Was ist ein Avatar "…ein Avatar ist grundsätzlich das Produkt der Evolution…" "…In früheren Kalpas, in anderen Welten, ja, in früheren Universen stiegen jene, die später als Avatare kamen, langsam, Stufe um Stufe die Sprossen der Evolution hoch – vom Mineralreich über das Pflanzenreich, Tierreich und Menschenreich, vom jivanmuktha noch höher und höher die geistige Hierarchie hinauf, die sich jenseits des Reiches jener erstreckt, welche sich aus den Fesseln des Menschseins befreit haben. Schliesslich legten sie nicht nur alle Fesseln des Ego ab, alle Begrenzung eines getrennten Selbst, sie wurden Eins mit Ishwara und dem All-Bewusstsein des Herrn, wurden eins im Wissen, wie sie schon immer eins dem Wesen nach mit dem Ewigen Leben waren – Ein Zentrum ohne Umfang, lebendiges Zentrum, eins mit dem Höchsten…." Während Seines menschlichen Daseins auf dem Weg der Evolution kennzeichnen zwei besondere Merkmale den zukünftigen Avatar: 1. Seine absolute Hingabe an den Höchsten (bhakti). "...nur die Gottliebenden (bhaktas) und die, welche zu ihrer Liebe (bhakti) noch Weisheit (jnana) erworben haben, können dieses Ziel erreichen. 'Durch Liebe', sagt Sri Krishna, 'kann der Mensch in Mein Wesen eintreten.' Voraussetzung für diese Liebe des künftigen Avatars ist, dass Er dieses geistige Zentrum auch noch während Seines Einsseins mit Ishwara aufrechterhalten kann…..damit Er wiederum einen Umfang um diesen geistigen Mittelpunkt ziehen kann, wenn Er als Avatar von Ishwara herabsteigt, eins mit IHM in Wissen und Macht – der Höchste Selbst in einer irdischen Inkarnation. Er muss in der Lage sein, eine Begrenzung in Form anzunehmen – keine Form allerdings kann bestehen, wenn es kein inneres Zentrum gibt, um welches sich diese Form bilden kann.." Hier wird wohl eines der ganz grossen Mysterien berührt, welches keine Worte beschreiben und auch kein Bild oder Gleichnis ausreichend andeuten kann: Die Bewusstseins-Welle (Atman, die Seele, der Pilger auf dem langen Weg der Evolution) geht ein in den Ozean des Geistes (GOTT). Das Selbst erkennt, dass es schon immer Eins war mit Gott, dem Wesen nach Eins, dass es nie getrennt war, dass es nie eine getrennte Existenz als Inkarnationen gab – eine Illusion der Maya – es wird Eins auch im Wissen, Allgegenwart und Allmacht (oder nimmt Teil an der Allmacht Gottes) – und dennoch – die Welle kann wieder hervortreten aus dem Ozean, Form annehmen, sich als Avatar auf der physischen Ebene manifestieren. Wir begegnen, wie so oft als Wahrheitssucher, einem seltsamen Paradox – die Welle ist eins mit dem Ozean, und dennoch bleibt sie Welle – (in der Theosophie finden wir das Bild eines Kreises – ein Mittelpunkt ohne Umfang, geistiges Zentrum ohne Grenze) Aber es sind schon Pilger in das Göttliche eingegangen…Wellen mit dem Ozean verschmolzren…und nie wiedergekehrt…. Aber zurück zu denen, die das Opfer bringen, und als Avatar wiederkehren: 2. Er muss auch, so wie Ishwara selbst, die Menschheit lieben. "..Wenn nicht die Flamme der Liebe zu den Menschen, ja zu allem Existierenden in ihm brennt, kann Er nicht als der Höchste wiederkommen, der Höchste, dessen Leben und Liebe in allem gegenwärtig ist, was ER aus Seinen ewigen und unerschöpflichen Leben hervorgebracht hat. Wenn ein Wesen in Seiner menschlichen Existenz diese Liebe nicht entwickeln kann, eine Liebe zu allem, was da existiert, nicht nur zum Schönen, sondern auch zum Hässlichen, nicht nur zum Guten, sondern auch zum Bösen, nicht nur zum Anziehenden, sondern auch zum Abstossenden - wenn Er nicht in allem das Höchste Selbst sieht, kann Er nicht den steilen Pfad erklimmen, den ein zukünftiger Avataara gehen muss….nur dann kann Er in einem zukünftigen Kalpa oder Universum ein Avatar sein – Gott in menschlicher Gestalt…" Zur Untermauerung ihrer These, dass jeder Avatar den langen evolutionären Weg der Inkarnationen gegangen ist, zitiert A.B. Ramanuja (seinen Kommentar der Bhagavad Gita (IV,5) - wo Sri Krishna von Seinen vielen Inkarnationen als Deva, Naga, Gandharva und anderen Formen spricht). Auch im Srimad Bhagavatam wird von zahllosen Inkarnationen gesprochen. Weiters im Yoga Vashishtha (Teil 2, Kapitel 4, Vers 14-16), wo berichtet wird, dass Brahma, Vishnu, Mahadeva usw. Ämter sind, die nach zahlreichen Inkarnationen und strenger Askese 'erworben' werden. Auch in Nilakantha's Kommentar zum Devi Bhagavatam (Teil 3, Kapitel 6, Vers 21) und Devi Bhagavatam (Teil 9, Kapitel 27, Vers 20, 21). Was ist ein Purna Avatar Ein Purna Avataara, sagt Annie Besant – sie erwähnt als Beispiel Sri Krishna – ist jederzeit, und soweit es in der Begrenzung der Form möglich ist, imstande, Seine Göttliche Natur zu zeigen und als Ishwara, der Herr des Universums aus der Form hervorzuleuchten. Dies geschah widerholt in der Inkarnation von Sri Krishna: Einmal am Hofe des Dhritarashtra, als der unwissende Duryodhana davon sprach, den Herrn gefangen zu halten, den Herrn, den das Universum nicht begrenzen kann, worauf Er – Sri Krishna - Seine Göttliche Herrlichkeit vor aller Augen manifestierte; dann am Schlachtfeld von Kurukshetra, als Er Arjuna Vishwarupa Darshan gab – eine Göttliche Vision, in der Er zeigte, dass alle Welten in Ihm und durch Ihn existieren; und auch später, als Er dem Weisen Utanaka Vishwarupa Darshan gab… Was ist ein Avesha Avatar "…in diesem Fall haben wir nicht einen Menschen, der in einem vergangenen Universum auf seinem geistigen Weg so weit fortgeschritten ist, dass er Eins mit Ishwara geworden ist; wir haben hier einen Menschen, der spirituell so weit fortgeschritten ist, so gross, so vollkommen als Mensch, so erfüllt von Liebe und Hingabe zu Gott und den Menschen, dass Gott ihn mit einem Teil Seiner Macht und Weisheit erfüllen kann und ihn als übermenschliche Manifestation Seiner Selbst in die Welt entsendet. Das individuelle Ego bleibt; das ist der grosse Unterschied zum Purna Avatar. Der Mensch ist da, aber die Macht, die durch ihn wirkt, ist Göttliche Macht. Aus diesem Grund werden diese Inkarnationen bestimmte persönliche Charaktereigentümlichkeiten aufweisen, Merkmale seiner Persönlichkeit, seines kulturellen Hintergrundes usw. …" ---------------------------------------- Quelle einer Göttlichen Inkarnation, eines Avatars Annie Besant vertritt die These, dass es immer der zweite, mittlere Aspekt der Göttlichen Trinität (hind.:trimurti) ist, welcher als Avatar inkarniert. Im Hinduismus der Vishnu Aspekt, im Christentum, welches lediglich eine einmalige Inkarnation lehrt, der Sohn-Aspekt des Drei-Einen Gottes. "…alle Avatare kommen aus Vishnu, aus Ihm, der das Universum durchdringt, wie Sein Name schon sagt, dem Beschützer und Erhalter, dem alldurchdringenden Leben, durch welches das Universum erhalten wird…" "…es hat nie einen Avatar von Mahadeva, von Shiva gegeben…Erscheinungen? – ja. Manifestationen? – ja. Für einen konkreten Zweck…wie beispielsweise im Mahabharata beschrieben, als Er in Gestalt eines Jägers erschien, als kirata, um die Intuition und Hingabe von Arjuna zu testen……aber das war eine Gestalt, die für einen besonderen Zweck angenommen wurde, und nach Erfüllung dieses Zwecks wieder verschwand....Solche Manifestationen von Mahadeva gab es viele….aber diese nennen wir nicht Avatare, welche ein ganzes Leben auf Erden leben und durch welche ein grosses Drama gespielt wird…" "…So ist es auch mit Lord Brahma. Auch Er erschien von Zeit zu Zeit - kurz, um einem bestimmten Zweck zu dienen…aber es gibt keinen Avatar von Brahma.." Nach theosophischer Lehre, wie sie auch A.B. erörtert, ist der Gott, von dem wir sprechen, und zu dem wir beten, der Logos des Sonnensystems, Lord Ishwara, dessen drei Manifestationen (saguna brahman) oder Wirk-Aspekte - im Hindusimus als Brahma, Vishnu und Shiva bezeichnet - eben nur drei Aspekte Seines Wirkens darstellen, aber dem Wesen nach Eins sind. Lord Brahma repräsentiert den Intelligenz-Aspekt Gottes, mahat, welcher die Grundbausteine der Materie schafft, die fünf tattvas, panchabhutas (Prinzipien), thanmatras (die 5 okkulten Elemente: akasha, vayu, tejas, apas, prithivi) als Fundament der Atome und die Idee der Formen. Er steht auch in Beziehung zum schöpferischen Wort (naam, shabd, Om) – dem Heilig-Geistigen Prinzip der Göttlichen Trinität. Lord Vishnu schafft, konkretisiert und erhält die Form des Universums und der einzelnen Geschöpfe. Er repräsentiert die bindende Kraft, das Leben, welches die Form zusammenhält und durchdringt. Lord Mahadeva, Shiva ist der Yogi aller Yogis, der Mahaguru, der Jagad Guru – Weltlehrer – Zerstörer der Unwissenheit. "..nicht Er (Shiva) manifestiert Sich als Avatar, diese Inkarnationen kommen von Ihm, dem Gott, dem Geist der Evolution, der alle Formen entwickelt - Lord Vishnu..…aus diesem Grund kommen die Avatare von Lord Vishnu…Herr ewigen Lebens und der Liebe, der allen Formen innewohnt… wer sonst sollte Form annehmen als Er, der alle Formen schafft…wer sonst sollte mit dieser grenzenlosen Liebe wirken als Er, der – während das Universum existiert – Sich bindet, damit das Universum am Leben bleibt und schliesslich Seine Freiheit teilen kann..?" Wenn also, laut A.B. von einem Avatar von Lord Mahavishnu die Rede ist, dann ist der Sonnenlogos gemeint. Ein Purna Avatar ist nach Annie Besant eine direkte Manifestation des Solar Logos. Ansonsten – wenn von Lord Vishnu gesprochen wird – ist der Logos unseres Planeten gemeint – oder der Logos, welcher die Evolution der Planetenkette lenkt, zu der die Erde gehört (als viertes Glied dieser Kette) – oder der Logos, welcher das evolutionäre System aus sieben Planetenketten lenkt, zu welchem auch die Planetenkette mit unserer Erde gehört. (nach theosophischer Lehre gibt es in unserem Sonnensystem sieben solcher evolutionärer Systeme aus je sieben Planetenketten – wobei zumindest einer der Planeten grobstofflich physisch ist; ausserdem soll es noch drei weitere evolutionäre Systeme aus je sieben Planetenketten geben, wobei alle Planeten auf höheren spirituellen Ebenen – astral, mental, buddhisch – existieren) ----------------------------------------- Die These von Annie Besant, dass die Quelle der Avatare auf der Ebene des Sonnen Logos oder der planetaren Logoi ausschliesslich liegt und ausschliesslich dem Vishnu- Aspekt entstammt, findet sicherlich nicht uneingeschränkte Zustimmung – zumal schon in den Lehren späterer Theosophen (Alice Bailey, Benjamin Creme etc. ) von kosmsichen Avataren zu hören ist, die aus der geistigen Dimension des Sirius, aus der Konstellation des Grossen Bären (sapta rishi) oder aus noch höheren Ebenen der spirituellen Hierarchie kommen. Ausserdem gelten Sri Shirdi Sai Baba, Sri Sathya Sai Baba und Mahavatar Babaji (siehe Autobiographie eines Yogi von Paramahansa Yogananda) u.a. als Avatare von Lord Shiva – und Benjamin Creme bezeichnet sie als Kosmische Avatare… ---------------------------------------- Der Grund für eine Göttliche Inkarnation, einen Avatar 1. Ein Grund für das Kommen eines Avatars liegt nach A.B. im natürlichen Verlauf der Dinge. Wenn im Wechselspiel der Kräfte des Kosmos (unseres Sonnensystems) Gefahr besteht, dass die Wirkkräfte oder Wirkprinzipien tamas und rajas gegenüber sattva zu mächtig werden und der harmonische Fortgang der Evolution massiv gefährdet ist, tritt ein Avatar in Erscheinung, um das natürliche Gleichgewicht der Kräfte, genauer, ein harmonisches Wechselspiel der Kräfte wieder herzustellen. (ein vollständiges Gleichgewicht der Kräfte wäre - ein pralaya) 2. Der zweite Grund für das Kommen eines Avatars hängt zusammen mit der conditio humana, der Eigenheit der menschlichen Natur – konkret dem Auftreten des freien Willens, zumindest eines grösseren Grades an Willensfreiheit im Menschen. Der Mensch, als Ebenbild Gottes, hat die Möglichkeit, bewusst und nach freiem Willen für oder wider den göttlichen Plan (der Evolution) zu arbeiten. Stellt er sich gegen das geistige Gesetz (dharma), wird allmählich adharma mit all den Folgen überhand zu nehmen drohen – und dies ist, wie die Bhagavad Gita und andere Schriften lehren, der klassische Grund, für das Kommen eines Avatars. (Bhagavad Gita IV, 7,8) 3. Interessant ist Annie Besant's Darstellung der theosophischen Interpretation einiger Avatare - was deren Beziehung zu den Zeitaltern und Zyklen, den sogenannten Runden und Systemen der Evolution betrifft. Näheres zu Zeitaltern (kalpas, manvantaras, yugas) Evolutions-Systemen unseres Sonnensystems (engl.: evolutionary schemes) – Planeten-Ketten (planetary chains) – Runden (rounds) – Wurzelrassen (root races, subraces) – sehen Sie bitte hier So schildert sie kurz, wie der Matsya Avatar dem Manu Vaivaswata erscheint und ihn vor einer kommenden Flut warnt, zugleich aber auch den Auftrag gibt, in einer Art Arche verschiedene Arten von Lebewesen über die grosse Flut zu retten… "…als der grosse Manu Vaivasvata, der Wurzel Manu, wie wir ihn nennen – das ist nicht der Manu lediglich einer Wurzelrasse, sondern der Manu einer ganzen Runde kosmischer Evolution, und er regiert über die sieben Planeten einer Planetenkette eines evolutionären Systems…als der Manu am Wasser meditierte, schwamm ein kleiner Fisch auf ihn zu…. …eine grosse Änderung stand bevor, eine, die wir ein kleines Pralaya nennen; und es war nötig, dass der Lebenssamen weitergetagen würde…es würde ein kleineres pralaya sein….das heisst, der Lebenssamen sollte von einem Planeten unserer Planetenkette zum anderen transferiert werden…konkret vom Planeten, welcher in unserer Planetenkette vor der Erde steht - zur Erde .…Es ist Aufgabe des Wurzel-Manu, mit Hilfe des Planetaren Logos den Lebenssamen von einem Planeten zum nächsten zu übertragen..damit die Evolution dort ihren Fortgang nehmen kann… …Die Fisch-Form dieses Matsya Avatar deutet darauf hin, dass das Leben auf der Erde in diesem Fall sich zunächst in wässrigem Medium entfaltete…." "…der Bär/Varaha Avatar initiierte die Evolution, welche der menschliche Evolution vorausging (die Evolution der Säugetiere).." Annie Besant schreibt, dass der Matsya Avatar und Kurma Avatar zu zwei vorangehenden kalpas gehören – was wohl so nicht stimmen kann, wenn man bedenkt, dass ein kalpa nach klassicher Tradition 4.32 Milliarden Jahre dauert. Nach ihrer Darstellung jedoch soll ein kalpa die Zeit einer Wurzelrasse während einer Runde umfassen. (ein mahakalpa wäre dann 4,32 Milliarden Jahre) Zur kurzen Rekapitulation: Die Lebenswelle bewegt sich planmässig in sieben Runden um die sieben Planeten einer (in diesem Fall nehmen wir unsere) Planetenkette – von einem Planeten zum nächsten, wobei die Evolution des Lebens langsam aber unaufhörlich über Äonen voranschreitet. Wir haben momentan die vierte Runde, auf dem vierten Planeten (Erde) unserer Planetenkette. Während sich das Leben auf einem Planeten entfaltet, während einer Runde, entwickeln sich sieben sogenannte Wurzelrassen – jeweils von einem Manu in ihrer Entwicklung gelenkt. Jede Wurzelrasse wiederum wird in sieben Sub-Rassen unterteilt (all dies hat nichts mit der Hautfarbe oder Rassendiskriminierung zu tun, wie von den Meistern und Adepten der esoterischen Lehre immer wieder betont wird. Absurde Falschinterpretationen sind allerdings bekanntlich vorgekommen…) Wir haben auf der Erde also momentan die vierte Runde (in unserer Planetenkette - bestehend aus sieben Planeten), die fünfte Wurzelrasse und die fünfte Sub- Rasse….unsere Planetenkette befindet sich ungefähr in der Mitte ihres Evolutionären Geschehens…..es ist (kollektiv gesehen) nach dieser Lehre also noch ein weiter Weg, bis das Leben in unserem System (unserer Planetenkette) das Höchstmass an geistiger Vollendung verwirklicht hat…..einzelne Seelen können ihren geistigen Fortschritt durch spezielle spirituelle Disziplin (Kriya Yoga u.a.) allerdings ausserordentlich beschleunigen. Wenn man also ein kalpa als die Dauer einer Wurzelrasse definiert, dann wäre der Matsya Avatar zur Zeit der ersten Wurzelrassen (Polarier; Hyperboräer) zu datieren. Diese Wurzelrassen der Menschheit existierten in mehr ätherischen Körpern, sozusagen über den Wassern schwebend, während das Leben des Tier und Pflanzenreiches sich im wässrigen Medium entwickelte. (silurisches Zeitalter) Dann bahnt sich allmählich eine Neuentwicklung an - die Ausbreitung des Lebens auf das sich konsolidierende Festland – die Zeit der Reptilien – repräsentiert durch die Schildkröte / Kurma-Avatar. All diese Entwicklungen der Evolution laufen nicht, wie es der Darwinismus und zeitgenössiche Vertreter desselben beschreiben, nach den Prinzipien des Zufalls (Mutation) und natürlicher Selektion ab, sondern werden beaufsichtigt, gelenkt und korrigiert, falls es der Göttliche Plan erfordert; Die Theosophie spricht von einem geistigen Zentrum dieses Planeten, von dem aus hochentwickelte Wesen (Rishis, Meister, Kumaras) über den Fortgang der Evolution auf diesem Planeten wachen. Man sprcht vom "heiligen Pol der Erde" oder vom "unvergänglichen Land". Der Logos des Planeten erscheint nun als Kurma-Avatar. Der Berg Mandara wird auf Seinen Rücken gestellt und die Asuras und Devas (die polaren Kräfte) winden die Schlange Vasuki um den Berg und ziehen jeweils an einem Ende, sodass der Ozean gequirlt wird und dadurch allerlei Formen und Objekte erscheinen. Dies symbolisiert die Intervention aus dem geistigen Zentrum des Planeten in das evolutionäre Geschehen und die Schaffung von neuen Archetypen des Lebens (auf der Ebene der Ideation, der höheren Mentalebene), welche sich auf materieller Ebene nach und nach entfalten werden… Das Festland wird weiter konsolidiert, als Lebensraum für die in den geistigen Welten schon vorgezeichneten Archetypen von Lebensformen, welche sich nun im weiteren Verlauf der Evolution auf Erden entwickeln werden. Symbolisiert wird dieser Prozess durch das Wirken des Varaha-Avatar, der die Erde aus den Tiefen des Ozeans emporhebt – der Kontinent Lemuria entsteht (neben anderen Erdteilen sicherlich). Dort sollen nach esoterischer Lehre die ersten Säugetiere (repräsentiert durch den Eber (Varaha) entstanden sein. Wir haben nun die sogenannte dritte, die Lemurische Wurzelrasse der Menschheit in dieser Runde. Die physische Gestalt des Menschen hat sich nun verdichtet, und vielfältige – vielleicht auch bizarre – Formen sind verbreitet – manche halb Mensch, halb Tier, Relikte aus früheren Zeitaltern - und höherentwickelte menschliche Gestalten, die Träger und Vorboten höherer evolutionärer Stufen. Die Puranas sprechen von den daityas und devas (Söhne des Lichts und Herren der Flamme). Vielleicht war das auch die Zeit, in der Gott 'den Menschen schuf – nach Seinem Bilde'. Das heisst, dass durch Intervention aus der geistig-göttlichen Welt aus den vorhandenen Lebensformen (man würde wohl sagen, den Prähominiden oder Hominiden) ein geeigneter Typ so in seiner psychophysischen Konstitution (besser: seiner okkulten Anatomie und Physiologie, seiner Chakren-Struktur etc) modifiziert wurde, dass dieser "Mensch/Adam/Eva" nun berufen und befähigt war, Gottesverwirklichung zu erlangen, dass ihn nur noch ein dünner Schleier von der Höchsten Wirklichkeit trennte. Die Puranas sprechen von einem Konflikt zwischen den daityas und devas (Söhnen des Lichts) – und hier tritt nach theosophischer Ansicht der Narasimha Avatar auf. (Seine Gestalt als Löwenmensch soll/könnte auch symbolisch auf diese Phase des Übergangs in der Menschlichen Konstitution hinweisen). Sri Narasimha-Avatar rettet Prahlada, als ihn sein Vater, der Dämonen-König Hiranyakashipu töten will. Prahlada wäre also der neue Typ Mensch, Devotee von Lord Vishnu, eine Seele auf dem spirituellen Pfad; Hiranyakashipu, der Daitya/Dämonenkönig würde den alten Typ Mensch dieser Zeit repräsentieren: animalisch, dämonisch, gottlos, erdgebunden, in spiritueller Hinsicht primitiv – mehr Tier-Mensch als Gott-Mensch. Wir befinden uns nun in einem Treta-Yuga, welches der Mitte der dritten Wurzelrasse (Lemurier nach der Theosophischen Lehre) entspricht. Der Mensch als Mensch, nach dem Tiermenschen, hat sich nun deutlicher erkennbar entwickelt und verbreitet, obgleich noch sozusagen in seinem Kindheitsstadium – allerdings mit mächtigem inneren, geistigen Potential…Dies wird symbolisiert durch die Geschichte Von Vamana-Avatar (Zwerg- Avatar oder Kind-Avatar) und Bali. Auch der nächste Avatar – Parashu-Rama – wird ebenfalls einem Treta Yuga dieses lemurischen Zeitalters zugeordnet. Parashu-Rama wird traditionell als Unsterblicher (cheeran-jeevi) betrachtet. Wie wir aus dem Ramayana wissen, treffen der Rama-Avatar und Parashu-Rama Avatar aufeinander, als Rama mit seinem Gefolge von Mithila nach Ayodhya zurückkehrt, nachdem der die Hand Sita's gewonnen hatte - indem er den Bogen Shiva's spannen konnte – ja sogar zerbrach.. Auch der Rama Avatar lebte und wirkte in einem Treta Yuga. Laut Sri Sathya Sai Baba war das vor ca 20000 Jahren (dies könnte das letzte aufsteigende Treta Yuga eines Äquinoktialzyklus nach Sri Yukteshwar sein) – das Treta Yuga des Parasu-Rama und des Rama Chandra-Avatar liegen also Äonen auseinander – betrachtet man Parashu-Rama aber als Cheeran Jeevi, dann liese sich dieser scheinbare Wiederspruch lösen… Der Kalki Avatar – laut A.B. – kommt zu Beginn der sechsten Wurzelrasse (wir haben momenatan die 5. Unterrasse der fünften Wurzelrasse; die 6. Unterrasse der fünften Wurzelrasse wird Austral-Amerikanisch genannt; die 7. Unterrasse der fünften Wurzelrasse soll sich auf lateinamerikanischem Boden entwickeln – so lehrt es die Theosophie ). "…Es wird in dieser Zeit einen grossen Wandel geben, eine grosse Manifestation der Wahrheit, der okkulten Wahrheit..und wenn Er kommt, wird der die okkulte Lehre wieder in der Lage sein, Beweise ihrer Lehren zu liefern, die niemand widerlegen oder leugnen kann…" "…Er wird mit zwei Königen kommen – wie es das Kalki Purana lehrt – die zur Zeit der sechsten Wurzelrasse herrschen werden. Ein idealer König und ein idealer Hohepriester; der eine herrscht, der andere lehrt. ..Jede Wurzelrasse hat ihren eigenen Lehrer, den idealen Brahmanen, welcher in buddhistischer Tradition Bodhisattva bezeichnet wird, jede hat auch ihren idealen Herrscher – den Manu….der Name des Manu in der neuen Wurzelrasse ist – so sagt das Purana – Maru; der Name des Bodhisattva Devapi…" Annie Besant – da selbst nicht im Besitz okkulter, seherischer Fähigkeiten – schöpft in ihrem Vortragszyklus über das Thema "Avatar" aus dem Jahre 1899 wohl vornehmlich aus der Geheimlehre und anderen Schriftren von H.P. Blavatsy, sowie aus den Mahatma Briefen.. Einige ihrer Thesen waren vielleicht schon damals unter Theosophen (geschweige denn unter anderen Esoterikern und okkulten Forschern) nicht durchwegs unumstritten…das gilt umso mehr heute, mehr als hundert Jahre später. Das betrifft beispielsweise auch die Frage der Ankunft des Kalki Avatar; Laut Benjamin Creme wird diese Ankunft ja durch das Erscheinen von Lord Maitreya bereits heute erfüllt; Anhänger von Sathya Sai Baba sehen in Ihm den Kalki Avatar, welcher das Sathya Yuga, ein neues Goldenes Zeitalter einleiten wird. So sehr ich dem Anspruch der Theosophie auch zustimme, die inneren, okkulten und geistigen Zusammenhänge des Lebens zu erforschen – durch Entwicklung neuer Erkenntnisfakultäten und angemessener Forschungsmethoden, sowie adäquater Philosophien und Terminologien; so sehr muss man auch bedenken, dass diese Art Geisteswissenschaft erst in den Kinderschuhen steckt, dass es heute erst wenige Menschen mit ausreichend entwickelten okkulten Fähigkeiten gibt, dass die Terminologie und eine neue Philosophie zur Beschreibung ihrer Entdeckungen erst noch differenziert entwickelt werden muss.. Man bedenke nur die unterschiedlichen Interpretationen unter Esoterikern, was Themen wie Reinkarnation, die Astralwelt, die okkulte Anatomie und Physiologie des Menschen u.a Themen betrifft. Die main-stream Wissenschaft anerkennt nicht einmal die Relevanz dieser Themen bzw. die Möglichkeit einer ganz anderen Methodik der Wissensgewinnung, als es dem heutigen wissenschaftlichen Paradigma und der Wissenschaftstheorie entspricht. Aus diesen Gründen und Überlegungen zur Frage selbst möchte ich auch eine These von Annie Besant in Frage stellen, die sie mit erstaunlicher Selbstsicherheit und unter Berufung auf okkulte Erkenntnisse vertritt – okkulte Erkenntnisse von wem – möchte ich hinterfragen: Bevor ich nun zum nächsten und letzten Punkt dieses Themas komme, erlaube ich mir, eine kurze Bemerkung: So brilliant auch der Intellekt, die schriftstellerische und rednerische Begabung von Annie Besant sind – man hat doch manchmal den Eindruck, dass sie etwas zu selbstsicher und andererseits auch leichtgläubig ist, was die Zuverlässigkeit ihrer Quellen betrifft; seien es die Schriften von H.P.Blavatsky, C.W. Leadbeater u.a. - - sowie auch vermutlich die Mahatma Briefe, die ja heute auch nicht mehr alle als unbestritten authentisch betrachtet werden. "…ich mag nicht, ich wage nicht, die Wahrheit zu beschneiden, die ich gelernt habe, nur um mich den Begrenzungen, die im Laufe der Zeit entstanden sind anzupassen, noch kann ich die spirituelle Wahrheit den leeren Traditionen in den verschiedenen Glaubensrichtungen der Welt anpassen. Die Pflicht, welche mir der Meister, dem ich diene, auferlegt hat…..muss ich euch sagen, was Wahrheit ist….ob ihr meinen Ausführungen jetzt zustimmt oder nicht…jeder, der von den Rishis der Vergangenheit redet, muss die Wahrheiten lehren, die sie einst gelehrt haben…" Und über die Puranas als Quellen ihrer Ausführungen schreibt sie: "…die Weisen, welche die Puranas schrieben, beschrieben oft Dinge, wie sie sie auf den höheren geistigen Ebenen wahrnahmen…die Beschreibung der Wahrheiten, welche den Ereignissen und Fakten (in der physischen Welt) zugrunde liegen…." Im 19. Jhdt glaubte man noch, dass die 5 Bücher Mose von Moses verfasst wurden, dass die Evangelien des Neuen Testaments, wie man sie in der Bibel nachlesen kann, wortwörtlich und von den Aposteln Jesu Christi verfasst sind……..auch ist die Auffassung, dass die Puranas von einem Autor (Veda Vyasa) verfasst wurden oder dass zumindest jedes einzelne Purana nur einem einzelnen Autor (und Rishi) zuzuordnen ist heute sicherlich nicht mehr allgemeiner Konsens unter den Gelehrten. Zumal man ja auch sieht, dass die selbe Thematik oder Geschichte in mehreren Puranas ganz unterschiedlich dargestellt wird. Das gibt zumindest ein grosses exegetisches Problem, und es wäre wohl sehr naiv, die Geschichten in den Puranas als historische Darstellung von Ereignissen zu interpretieren… ---------------------------------------- Die These von Annie Besant, die ich hier nun abschliessend kurz anreisse, lautet: Es gibt einen Avatar des Bösen. Annie Besant meint damit nicht, dass es – wie in den esoterischen und exoterischen Lehren der Religionen unumstritten – eine Intelligenz des Bösen, ein personal- strukturiertes Böses gibt, welches sich auch in menschlicher Gestalt manifestieren oder inkarnieren kann; sie meint auch nicht, dass das Böse, zumal ja Gott allen Geschöpfen, aller Schöpfung – vom kleinsten Atom bis zum höchsten Deva – innewohnt, dass das Böse also auch Teil der Göttlichen All-Einheit ist (da ja alles was ist, in Gott lebt, webt und seine Existenz hat) – nein, sie meint, dass, wie im Falle aller anderen Avatare, Gott Selbst eine Inkarnation auf Erden will und initiiert, welche jedoch mit allen Kräften dem Göttlichen Plan und dharma zuwider handelt, wie man es sich von einem Widersacher Gottes nur vorstellen kann. Als Beispiel erwähnt sie dann Ravana, den Dämonenkönig von Lanka und Gegner vom Avatar Rama Chandra des Ramayana. Aber ihre These impliziert auch, dass Ravana nicht der einzige Avatar des Bösen sein muss; und dies wiederum kann zu allerlei seltsamen Theorien und Spekulationen verleiten (ein nicht unbekannter Autor hat ja auch Adolf Hitler mit dem Begriff des Avatar in Beziehung gebracht; Serrano) 4. Gibt es einen Avatar des Bösen? Ich glaube: dezidiert nein! Annie Besant vertritt die These: dezidiert ja! Ich finde mich mit meiner Auffassung durchaus in guter Gesellschaft vieler Gelehrter, Theologen, Philosophen, Esoteriker, Adepten – und auch Avatare; so finde ich in den Reden von Sathya Sai Baba (auch, wenn Er vor Studenten und einem gelehrteren Publikum spricht) nie die These von A.Besant bestätigt. Sai Baba redet oft über Rama, als Vorbild des idealen Sohnes, Ehemanns, Königs, Freundes usw. – und über Ravana, den Er als machtbesessen, egoistisch und an die Sinne gefesselt schildert, als einen mächtigen Dämon, der wohl alle 64 Wissenschaften beherrscht (Rama beherrscht lediglich 21 davon) – aber, da er das Nichtanhaften, die göttliche Liebe, Gottergebenheit und andere Tugenden nicht kennt - zum Untergang verurteilt ist. (Sai Baba: Rama Katha Rasa Vahini; viele Seiner Reden; Summer Showers in Brindavan) Annie Besant weiss wohl um die Brisanz ihrer These – und die Gefahr, falsche Schlussfolgerungen für die Lebenspraxis zu ziehen – und sie spricht am Ende ihrer Ausführung auch eine deutliche Warnung vor Missverständnis aus. Aber sie bleibt dabei: ES gibt einen Avatar des Bösen. Ich möchte nun kurz ihre Argumentation vorstellen – und ein paar eigene Gedanken (die These von Annie Besant ist allerdings so brisant und philosophisch provozierend, dass man dicke Abhandlungen darüber schreiben könnte – gespickt mit allerlei Zitaten von diversen Schriften und Autoritäten): ---------------------------------------- Zunächst argumentiert A.B. dass vom göttlichen Standpunkt aus betrachtet selbst das Böse, die Dämonen (sanskr.: asuras, rakshasas, daityas) gut sind, zum göttlichen Plan gehören, eine gottgewollte Kategorie von Wesen sei… "…jeder Typ (Lebewesen) im Universum, auf seinen Platz, ist gut; jeder Typ, auf seinem Platz im Universum, ist notwendig. Es gibt kein Leben, ausser Sein Leben, wie sonst sollte irgend eine Lebensform entstehen ohne dieses universelle Leben, ohne welches nichts existieren kann? Wir sprechen von guten und bösen Lebewesen – richtigerweise, vom Standpunkt unserer Evolution aus betrachtet. Aber von einem weiteren Standpunkt des Kosmos aus betrachtet, sind 'gut' und 'böse' relative Begriffe. Und alles ist sehr gut aus der Sicht des Höchsten, der in allem gegenwärtig ist…wie kann etwas leben, und sein ausserhalb von Ihm? Der Typ des rakshasa ebenso, wie der Typ des deva…. ….deshalb kann Sich Sri Krishna in Form eines Rakshasa inkarnieren, und in dieser Form wird Er sich wie ein Rakshasa verhalten und nicht wie ein Deva, und Er wird seine Aufgabe mit der selben Perfektion ausführen, wie Er sie in anderer Form ausführen würde, die der Mensch in seiner begrenzten Sicht als gut bezeichnet…. … in diesem Universum gibt es nichts böses; alles ist gut, was zu uns von Ishwara kommt, aber manchmal kommt es in Gestalt des Bösen – und wenn wir uns ihm widersetzen, wachsen wir an Stärke…dann verstehen wir, dass diese Kräfte notwendig sind und im Plan von Gott (Ishwara) enthalten sind…..sie testen die Evolution, sie stärken die Evolution…. …aber wenn diese Kräfte (des Bösen) zu stark werden und den Fortschritt gefährden, ….dann rufen diese Kräfte, welche die Evolution gefährden, einen Avatar auf den Plan, welcher den Fortschritt der Menschheit fördert…." In den esoterischen und exoterischen Lehren der Religionen und spirituellen Philosophien herrscht Konsens, dass es eine personal-strukturierte, intelligente Macht gibt, einen Widersacher Gottes, eine Macht, der Liebe und Weisheit fehlt – aber wie diese Macht, diese Wesen in die Welt kommen, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen. Die mosaische, christliche und islamische Lehre spricht davon, dass es ein Missbrauch des gottgegebenen freien Willens war, Hochmut und Stolz, der zum Fall (eines Teils der Engel) aus der göttlichen Ordnung führte....dass diese Wesen nun dem göttlichen Plan zuwider handeln, dass sie aus geistigen Dimensionen wirken oder auch im Menschen inkarniert sein können oder zumindest versuchen, Menschen vom Weg des dharma abzubringen. Gott lässt demnach diese Kräften innerhalb bestimmter Grenzen wirken, bevor Er interveniert – beispielsweise durch eine Inkarnation als Avatar – um das Dharma wiederherzustellen und das Böse zu vernichten, zu überwinden.. In diesem Kontext erklärt mag das Böse auch, als Test der Evolution, zur Prüfung der Devotees auf dem geistigen Pfad plausibel sein – aber ich denke nicht, dass Gott eine eigene Kategorie des Bösen schaffen muss, um Seine devotees zu prüfen. Es gibt schliesslich auch gute Lehrer in dieser Welt, welche die Fähigkeiten ihrer Schüler wirksam testen können, Trainer im Sport, welche ihre Siegertypen schaffen, das Vorbild guter Menschen, Heilige und Weise, die ihre Schüler auf dem Pfad führen und zum Ziel bringen – ganz allgemein, genügend Möglichkeiten und Situationen im Leben, die als Test und Prüfung der Evolution wirksam sind – ohne dass noch eine eigene Spezies böser Geister geschaffen werden müsste, um diesem Zweck zu dienen… Diese Auffassung liegt mir näher, als eine Heilsökonomie, nach welcher Gott eine Kategorie von Dämonen geschaffen hat (deren adharmisches, gottloses Verhalten sozusagen deren Wesen entspricht) und Der dann, selbst als Dämon inkarnieren muss, um diese Wesen, deren dharmsiche Entgleisung praktisch vorprogrammiert wäre, um Sich zu sammeln, und Der dann nochmal als guter Avatar kommen muss, um die gesamte Meute in den Abyss zu schicken, damit wieder Ordnung auf diesem Planeten herrscht… ---------------------------------------- Danach erörtert A. Besant den Grund und die Intention eines Avatar des Bösen und bringt als Beispiel eines Avatar des Bösen Ravana, den Dämonenkönig von Lanka und Widersacher vom Avatar Sri Rama: "...was ist nun dieser "Avatar des Bösen" ?...durch den Willen des Höchsten Einen inkarniert sich einer, der die Kräfte des Widerstands, die Kräfte, welche die Evolution hemmen, um sich sammelt, damit sie dann von der Macht des Guten zerstört werden können und somit das Gleichgewicht wieder hergestellt ist. Und die Evolution wieder ihren vorgesehenen Verlauf nehmen kann…" "…Ravana…eine mächtige Intelligenz, die den Avatar Sri Rama auf den Plan rief…..er war Wächter am Tor zu Vishnu's Himmel, ein bhakta.. …wie kam es, dass er sich als rakshasa Ravana inkarnierte? ..aus Mangel an Intuition verweigerte er Sanat Kumara den Zutritt zum Himmel…und dieser belegte ihn mit einem Fluch. Er hatte die Wahl, sieben Inkarnationen als devotee von Vishnu zu leben oder drei Inkarnationen als Feind und Gegner von Vishnu. ..und da er die Zeit der Trennung von seinem Herrn so kurz wie möglich halten wollte, entschied er sich für drei Inkarnationen als Feind Vishnu's, um rascher in den Himmel Vishnu's zurückkehren zu können…aus Liebe, nicht aus Hass kam diese Wesenheit als Rakshasa, nicht als Rishi zur Erde… …als Rakshasa (in Gestalt von Ravana) allerdings musste er seine Pflicht (dharma) bestmöglich erfüllen….was war nun seine Pflicht? …..er musste auf jede erdenkliche Weise, die in seiner Macht stand, den evolutionären Fortschritt behindern…..all die Kräfte des Widerstandes gegen den göttlichen Plan der Evolution um sich sammeln…..damit die Antwort des Himmels in Gestalt des Avatars Rama kommen konnte…sein dharma war das dharma eines rakshasa, alle Kräfte des Bösen gegen den zu lenken, den er im Innersten seiner – in diesem Augenblick verdunkelten - Seele liebte. .." ---------------------------------------- Annie Besant zitiert zur Untermauerung ihrer These, dass Sich Ishwara, der Höchste in Gestalt eines Rakshasa (Dämon) inkarniert, um Seinen Plan der Evolution zu fördern aus den Schriften: "…..Wenn Ich – Sohn von Pritha – wenn ich unter Göttern lebe, dann handle ich wie Götter, wenn ich unter Gandharvas lebe, dann handle ich wie ein Gandharva, wenn ich unter Nagas lebe, handle ich wie ein Naga, wenn ich unter Yakshas lebe, handle ich wie ein Yaksha, wenn ich unter Rakshasas lebe, handle ich wie ein Rakshasa – jetzt, wo ich unter Menschen lebe, muss ich wie ein Mensch handeln…." Mahabharata, Ashvamedha Parva, 54: Anu Gita Daraus abzuleiten, dass sich Sri Krishna, der Höchste Gott (Ishwara) in Form eines Rakshasa inkarniert – als Avatar - ist keineswegs zwingend. Wenn man davon ausgeht, dass Sich Krishna in allen Wesen sieht und alle Wesen in Ihm, kann das auch bedeuten, dass eben auch ein Rakshasa Teil der Allgegenwart Gottes ist – wenn auch wie "ein Diamant, von Russ bedeckt" – gleichnishaft formuliert. "….Es gibt nichts, lebend oder unbelebt, was ausserhalb von Mir existieren kann….." Bhagavad Gita X , 39 Wenn Sri Krishna als Argument für ihre These von A.B. zitiert wird: "…unter den Rakshasas bin ich Ravana (oder Kuvera)…" Bhagavad Gita X, 23 - dann kann das auch so interpretiert werden, dass in allen Kategorien von Geschöpfen, unbelebten Dingen und Prinzipien – alles was Grösse, Macht, Herrlichkeit, Schönheit manifestiert, alles Sublime, Erhabene, eine Repräsentation Sri Krishna's ist, ein Abglanz Göttlicher Herrlichkeit und Macht..und auch Intelligenz "…Was immer königlich, schön und mächtig ist, seht, das ist ein Ausdruck nur eines Bruchteils meines Glanzes (tejas)…." Bhagavad Gita X,41 Sri Krishna sagt in der Bhagavad Gita X, Vers16ff: Nachdem Arjuna Ihn bittet: "….Bitte berichte mir im einzeln von Deinen Göttlichen Kräften mit denen Du die Welten durchdringst und in ihnen gegenwärtig bist…" "…von den Lichtern bin Ich die strahlende Sonne von den Sternen der Mond …..von den Priestern....von den Generälen Kartikeya, von den Wassern der Ozean. …Unter den Rakshasas bin ich Ravana (oder Kuvera)… ... von den Schwingungen das transzendente OM, von den unbewegten Dingen der Himalaya. Von den Bäumen der Banyan Baum, von den Gandharvas Citraratha, von den Vollkommenen der Weise Kapila. Von den Pferden Uccaihsrava, welches während des Quirrlens des Ozeans aus Nektar entstand, von den edlen Elefanten Airavata – unter den Menschen bin Ich der der König Von den Nagas bin Ich Ananta….unter den Daityas bin ich Prahlada… Ich bin das Glückspiel unter dem Betrug, vom Glanzvollen der Glanz…die Stärke des Starken…." ---------------------------------------- Wenn man daraus zwingend schliesst, dass Sri Krishna in Ravana als Avatar gekommen sei, dann müsste man auch folgern, dass all die anderen Formen (hier ist nur ein Teil davon zitiert) Avatare von Sri Krishna (Ishwara) wären…ganz abgesehen von abstrakteren Formen und Kategorien: "..unter den Buchstaben bin Ich das A-kara…unter den Monaten bin Ich Margashirsha [November-December]..." Ausserdem sagt Annie Besant einerseits, "….deshalb kann Sich Sri Krishna in Form eines Rakshasa inkarnieren.." andererseits sagt sie auch, die Wesenheit, die sich – auf Grund eines Fluches – als Ravana inkarierte, war ein Wächter am Tor zum Himmel Vishnu's (Krishna's) - also eher ein Deva Weiters schreibt A. Besant zur These, dass der Buddha Avatar gekommen sei, um die Asuras (oder diejenigen, die nicht an die Veden glaubten) in die Irre zu führen: "…Vishnu ist der Herr der Ordnung, nicht der Verwirrung; der Herr der Liebe, nicht der Herr des Hasses; der Herr des Mitgefühls, der nur zerstört, wenn die Form ein Hindernis für den Fortschritt des Lebens wird.. und sie lästern Gott, die von einer Inkarnation des Höchsten sprechen, die die Welt, die Er geschaffen hat, in die Irre führen….keiner, der nur ein bisschen von der okkulten Lehre versteht, ..wird behaupten, dass ER die mächtige Gestalt eines Avatar annehmen könnte, um in die Irre zu führen…" ---------------------------------------- Man muss auch erwähnen, dass Annie Besant am Ende ihrer Ausführung ein klares Wort der Warnung ausspricht: "...noch ein Satz, um einen möglichen Fehler zu vermeiden: erinnert euch – obwohl alle Mächte und Kräfte Sein Eigen sind, rakshasa ebenso, wie deva, asura wie sura – bedenkt, dass ihr, was euere Evolution anlangt, dass ihr auf Seite des Guten stehen müsst, und mit all eueren Kräften gegen das Böse kämpfen müsst….macht nicht den Fehler, zu glauben, da alles Böse relativ ist, da es durch den Willen des Einen existiert, da rakshasa, wie deva gleichermassen Sein Eigen ist, dass ihr dann den Weg des Bösen gehen könnt. So ist es nicht; wenn ihr der Neigung zur Macht, zum Stolz nachgebt, wenn ihr euch gegen Ishwara stellt….dann werdet ihr zu denen gehören, die sich gegen Gott gestellt haben…und mit grossem Schmerz werdet ihr die Trennung vom Inneren Leben des Geistes erleben … …Der Wille Ishwara's ist es, dass ihr auf dem geistigen Pfad voranschreitet – die Mächte des Bösen sollen euch dabei helfen – aber nur, wenn ihr ihnen Widerstand leistet. Wenn ihr ihnen nachgebt, werden sie euch in die Irre führen.. …Deshalb – Arjuna – steh auf und kämpfe…..nimm deinen Bogen, steh auf und kämpfe…" Quelle: "Avataara-s" - von Annie Besant, 1899 ![]()
Es gibt nur eine Religion, die Religion der Liebe. Es gibt nur eine Sprache, die Sprache des Herzens. Es gibt nur eine Kaste, die Kaste der Menschheit. Es gibt nur einen Gott Er ist allgegenwärtig. Sathya Sai Baba
Lord Krishna spricht in der Bhagavad Gita: “Immer wenn die Tugend (dharma) entartet und das Laster (adharma) vorherrscht, verkörpere Ich Mich als ein Avatar In jedem Zeitalter erscheine Ich in sichtbarer Gestalt, um die Tugendhaften zu schützen, das Böse auszurotten und die Gerechtigkeit wiederherzustellen.” Bhagavad Gita Kap. 4 Vers 7,8 Devanagari Sanskrit ![]() ![]() Yada yada hi dharmasya, glanirbhavati Bharatah, Abhiyutthanam dharmasya,tadatmanam srijamyaham! |